Ski-Club Reise nach Vietnam: Traumreise ins „alte Asien“

Ein wirklich exotisches Reiseziel haben sich auch diesmal wieder 23 Reisefreunde des SC Sonnenwald ausgesucht: Vietnam am Südchinesischen Meer.

Etliche Horrormeldungen über Hurrikans, Erdbeben und Tsunamis, zuletzt noch die Meldungen von der angeblich grassierenden Vogelgrippe in Asien begleiteten die Vorbereitungen der nun schon siebzehnten in der langen Reihe unserer Erlebnisreisen.

Doch endlich kann es losgehen, mit der Busanreise zum Bahnhof in Plattling und der anschließenden Bahnfahrt zum Frankfurter Flughafen beginnen zwei unglaublich erlebnisreiche Wochen. Am 28. Oktober um 14.40 starten wir mit einer Boeing 777 der VIETNAM AIRLINES nach Hanoi, der Hauptstadt Vietnams.

Gut zehn Stunden dauert der Flug, dann landen wir am frühen Morgen um 6.15 Uhr Ortszeit und werden von Reiseleiter Kien empfangen. Mit dem Bus geht´s nun zum Hotel Thang Loi. Zimmerverteilung, Duschen und ein Frühstück, dann steht bereits eine erste Besichtigungstour auf dem Programm. Es ist leicht bewölkt bei ca. 20 - 25 Grad. Wir fahren zur Einpfahl-Pagode und besuchen den Literaturtempel, beide Bauwerke ließ Kaiser Ly Thai Tong im elften Jahrhundert errichten. Das 1975 eingeweihte Ho-Chi-Minh-Mausoleum erhebt sich nördlich der Einpfahl-Pagode, wo Ho Chi Minh am 2. September 1945 die Demokratische Republik Vietnam ausgerufen hatte. Die meisten von Hanois heiligen Stätten sind legendenumwoben, so auch Ho Hoan Kiem, der „See des zurückgegebenen Schwertes“ im Herzen der Stadt. Diese Sage spielt sich im 15. Jh. ab, als das Land von den Chinesen besetzt war: Eine im See lebende goldene Schildkröte gab dem Fischer Le Loi ein Schwert, mit dem er die Eindringlinge in die Flucht schlagen konnte. Le Loi kehrte als Kaiser heim und brachte der Schildkröte das Schwert zurück. Mit Fahrradrikschas erkunden wir die Altstadt von Hanoi mit vielen schattigen Boulevards und lassen uns durch das Handwerkerviertel chauffieren, ein unbeschreibliches Erlebnis im Verkehrs-gewühl mit zigtausenden von Mopeds auf den Straßen. Hier eine Straße zu überqueren erscheint unmöglich, doch Reiseleiter Kien erklärt uns die Regeln: einfach nur gehen, niemals stehen bleiben. Und tatsächlich, es funktioniert!

Zum Abschluss der Citytour besuchen wir noch das legendäre Wasserpuppentheater am Ufer des Hoan Kiem Sees. Die Vorführung ist eine faszinierende Kunstform aus dem nördlichen Vietnam. Zu ihrem äußeren Rahmen gehören als Bühne eine Wasserfläche, bunte Holzpuppen, ein Orchester und die hinter einem Bambusvorhang bis zur Hüfte im Wasser stehenden eigentlichen Spieler. Jede Vorstellung besteht aus mehreren Szenen, die große Schlachten gegen Eindringlinge, Heldentaten ehemaliger Herrscher, Sagen und das Alltagsleben zum Inhalt haben. Nach einem sehr guten vietnamesischen Abendessen in der Altstadt fallen die meisten unserer Gruppe todmüde in die Betten.

Schon um 8 Uhr morgens verlassen wir die Hauptstadt und fahren mit dem Bus  durch die Vororte Hanois in östlicher Richtung zur Halongbucht. Bei Con Son legen wir einen Zwischenstopp ein und besichtigen die Pagode. Gegen Mittag erreichen wir Halong und gehen an Board von zwei Dschunken. Die traditionell hölzernen Huong Hai Dschunken sind luxuriös ausgestattet und haben komfortable Zweibettkabinen. Nach kurzer Einweisung wird uns auf dem Boot ein köstliches mehrgängiges Mittagessen serviert, gleichzeitig be-ginnt unsere Kreuzfahrt durch die Halongbucht, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Das Wetter ist gut, der Himmel nur leicht bewölkt. Eine märchenhafte, traumhaft schöne Inselwelt mit unzähligen Kalkstein-felsen zieht links und rechts an uns vorüber, ehe wir auf einer der zauberhaften Inseln an Land gehen und eine Tropfsteinhöhle besuchen. Eine Höhle voller Stalaktiten und Stalagmiten. Unvergesslich wird auch der Abend bleiben, den wir in ge-mütlicher Runde auf unseren Dschunken verbringen. Erst spät lassen wir diesen wunderschönen Tag ausklingen, dann verschwinden wir in unseren Kabinen und schlafen dem nächsten Morgen entgegen.

Das Frühstück wird auf dem Oberdeck der Dschunke serviert, bei strahlendem Sonnenschein, toller Sicht und bester Laune genießen wir den Morgen. Nun haben wir Freizeit, einige gehen mit Kajaks und Ruderbooten auf Entdeckungstour, andere nehmen ein Bad im Meer oder gehen Schnorcheln. Nehmen Sie das Badeboot oder das Baddelboot ?“, so die immer wieder gestellte Frage unseres Reiseleiters Kien. Kurzum, wir er-leben einen fantastisch schönen Vormittag. Nach dem Mittag-essen (natürlich Seafood) tuckern wir zurück nach Halong und weiter geht’s mit dem Bus nach Hanoi. Unterwegs halten wir bei den Pagoden Van Phuc und But Thap. Während der Fahrt können wir die Leute  bei der Feldarbeit auf den Reisfeldern und in den Dörfern beobachten. Auf den Straßen sind unzählige Mopedfahrer unterwegs und transportieren Schweine, Geflügel, Holz, Bambusstangen und vieles mehr. Wir erleben eine beeindruckende und höchst unterhaltsame Busfahrt! Zum Abendessen geht’s in ein vietnamesisches Restaurant in Hanoi, auch hier werden wir wieder kulinarisch verwöhnt. Nun müssen wir zum Bahnhof, um den Nachtzug nach Hue in Zentral-vietnam nicht zu verpassen. Unverständliche, laut lärmende und lang andauernde Lautsprecher-durchsagen verstärken die allgemeine Hektik am Bahnhof. Zum Glück finden wir schnell unseren Waggon mit den Schlaf-abteilen, doch einige Passagiere sind mit der Einteilung der Kabinen nicht einver-standen. Es kommt sogar zu Differenzen zwischen den Reisenden. Doch nach der Abfahrt um 22.30 Uhr legt sich die Aufregung und wir feiern mit einheimischen und ausländischen Mitreisenden in den voll belegten Abteilen bei Reiswein und Tiger-Bier.

Irgendwann nach Mitternacht wird es ruhiger und nur das monotone Rattern des Zuges begleitet uns beim Einschlafen. Bei der Morgendämmerung sind wir fast alle wieder wach und nach einem schwarzen Kaffee munter und voller Erwartung. Doch der Blick nach Draußen trübt die Hoffnung, denn es regnet in Strömen, und das bereits seit Stunden. Gegen 10 Uhr kommen wir nach fast 12 Stunden und ca. 650 km Fahrt in Hue, der alten Kaiserstadt, an.

Es schüttet wie aus Kübeln, als wir vom neuen Reiseleiter begrüßt werden.

Er erzählt uns auch von einem herannahenden Taifun, der uns noch einige Stunden begleiten sollte. Nach einem feinen Mittagessen (9 Gänge !) fahren wir nun mit dem Bus zur Besichtigung der Thien Mu Pagode. Doch dann muß unser Tourprogramm wegen des Taifuns abgebrochen werden. Wir fahren ins Hotel Pilgrimage Village, eine wunderschöne Anlage mit Palmengarten und exotischen Pflanzen. Zwangsweise verbringen wir den Nachmittag auf den Zimmern, da die Witterung keine andere Möglichkeit zulässt. Erst gegen Abend verlassen wir mit dem Bus unser Hotel, um zu einem Restaurant im Zentrum von Hue zu fahren. Ziemlich riskant, was unser Reiseleiter uns da zumutet.

Die Straßen stehen einen halben Meter unter Wasser und es stürmt und regnet unaufhörlich. Manche Straßen sind unpassierbar und der Busfahrer sucht sich immer wieder neue Wege. Endlich erreichen wir das Lokal. Doch schon während des Abendessens fällt der Strom aus, wir erleben ein „Dinner bei Kerzenlicht“. Bald jedoch fordert uns der Wirt zum Verlassen des Restaurants auf, denn das Wasser kommt bereits durch die Tür. Schnell, ja panikartig waten wir durch das kniehohe Wasser zum Bus. Völlig durchnässt, aber vollzählig und ohne Schaden fahren wir zurück zum Hotel. Unterwegs sind noch einige umgestürzte Bäume von den Straßen zu räumen, um wieder freie Fahrt zu haben. Klar, die Männer unserer Gruppe machen das. Doch letztlich erreichen wir alle gesund unsere Unterkunft und in der Hotelbar werden die Geschehnisse des Tages noch ausführlich abgearbeitet.

Kaum zu glauben, aber am Morgen des sechsten Tages herrscht Windstille und sogar richtig schönes Wetter. Der Taifun ist Richtung Norden abgezogen. Überall wird eifrig aufgeräumt und die Straßen Hues von den umgestürzten Bäumen befreit. Und auch unser Programm kann fortgesetzt werden. Aus Zeitgründen wird aber die geplante ganztägige Fahrradtour gestrichen, stattdessen besuchen wir mit dem Bus zumindest die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der prachtvollen Kaiserstadt am Ufer des Huong Giang (Fluss der Wohlgerüche). Gleich nach dem Frühstück und der Kofferverladung fahren wir zum Kaisergrab von Kai Dinh und besuchen die Grabstätten von Kaiser Tu Duc. Nun verlassen wir das zum Weltkulturerbe zählende Hue, obwohl es noch viel zu entdecken gegeben hätte. Leider entgeht uns auch die reizvolle Strecke über den Wolkenpass, da dieser wegen eines Erdrutsches gesperrt ist. So nehmen wir die direkte Verbindung durch den brandneuen, über sechs Kilometer langen Tunnel, der erst vor einigen Monaten eingeweiht wurde. In Da Nang halten wir am schönen Lang Co Beach und fahren dann weiter zu den Marmorbergen, die aus fünf Felskegeln bestehen, wobei jedem der Berge eines der fünf Elemente des Universums zugeordnet wird (Wasser, Metall, Holz, Feuer, Erde).

Der höchste und bekannteste ist der Son Thuy mit einer Vielzahl natürlicher Grotten, in die über Jahrhunderte hinweg buddhistische Heiligtümer gebaut wurden. Der Schweiß fließt in Strömen, bis wir die Bergspitze erklommen haben. Nach Rückkehr von dieser „Bergtour“ besuchen wir eine der zahlreichen Marmorwerkstätten. Unglaublich viele kunstvolle Skulpturen sind hier zu bestaunen und auch zu erwerben. Erst bei Dunkelheit erreichen wir unser heutiges Hotel Ancient House Resort in Hoi An. Einige Unverwüstliche unserer Gruppe gehen auch am heutigen Abend mit dem Mopedtaxi auf Entdeckertour (incl. des Schreibers dieser Zeilen) und landen in einer Full Moon Bar, wo sich Touristen aus aller Welt mit Aussteigern und einheimischen Gästen treffen und gemeinsam feiern.     

Auch am nächsten Tag steht uns wieder ein umfangreiches, interessantes und unterhaltsames Tagesprogramm bevor. Die alte Handelsstadt Hoi An mit ihren verträumten Gassen ist vollständig in ihrer historischen Struktur erhalten geblieben. Bereits zwei Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung wurde sie gegründet und stand vom 2. bis 10. Jahrhundert im Mittelpunkt des Champa-Reiches.

Bei schönstem Wetter erkunden wir zu Fuß die malerische Altstadt, besichtigen den chinesischen Tempel Quang Cong und die Pagode Phuoc Kien, die Japanische überdachte Brücke und viele weitere historische Sehenswürdigkeiten. Beeindruckend auch das Leben auf den Straßen und in den Gassen der Stadt. Am Straßenrand baut ein Friseur seinen Laden auf, dazu braucht er nur Klappstuhl, Schere und einen Spiegel an der Hauswand! Gegen Mittag wird unsere Exkursion mit einer Bootsfahrt auf dem Thu Bon Fluss zum Dorf Kim Bong auf der Flussinsel Cam Kim fortgesetzt, hier leben die Familien von Holzschnitzern und Bootsbauern. Nach Rückkehr und Mittagessen leihen wir uns Fahrräder und radeln gemeinsam zum schönen Cua Dai Strand. Auch hier herrscht reges Treiben, unzählige Leute sind mit dem Wiederaufbau der vom Taifun zerstörten Hütten beschäftigt.

Am achten Tag unserer Reise werden wir bereits um 5 Uhr geweckt, um mit dem Bus zum Flughafen nach Da Nang zu fahren. Trotz der frühen Tageszeit herrscht wieder ein unglaubliches Verkehrsgewühl mit tausenden von Mopedfahrern auf den Straßen. Vom beschaulichen Flughafen fliegen wir um 8.20 Uhr nach Ho Chi Minh City, so der offizielle Name für Saigon im Süden des Landes. Xuon, unsere neue Reiseleiterin der nächsten Tage, begrüßt uns am Flughafen. Der Name Xuon bedeutet Frühling. Eine resolute, aber sehr freundliche und liebenswerte Dame. Sie erzählt uns sehr viel über Land und Leute und über die Metropole Saigon mit seinen über 7 Millionen Einwohnern. Als erstes Tagesziel stehen die etwa 50 km entfernten Tunneln von Cu Chi auf dem Programm. Der Vietcong baute während des Vietnamkrieges im Kampf gegen Franzosen und Amerikaner ein unterirdisches 250 km langes Tunnelsystem mit Kommandoständen, Krankenhäusern, Schutzräumen und Waffenfabriken. Bei einer beeindruckenden Führung durch einen kleinen Abschnitt des Geländes werden wir mit den Grausamkeiten des damaligen Guerillakampfes konfrontiert. Anschließend fahren wieder zurück in die Stadt, bei einer Citytour besichtigen wir die Kathedrale Notre Dame, die im Zentrum des Regierungsviertels liegt und zwischen 1877 und 1883 von den Franzosen erbaut wurde. Vor der Kathedrale steht eine Statue der Jungfrau Maria und ganz in der Nähe das imposante und im französischen Stil erbaute Hauptpostgebäude. Beim Besuch des Kriegsmuseums werden wir noch einmal in die furchtbare Zeit des Vietnamkrieges mit all seinen grausamen und entsetzlichen Ereignissen versetzt. Bereits bei Dunkelheit fahren wir zu unserem heutigen Hotel. Und wieder erleben wir ein unbeschreibliches Verkehrsgewühl mit zehntausenden von Motorbikes auf den Straßen und Plätzen Saigons. Kaum zu glauben, aber der Verkehr fließt. Nicht allzu schnell, aber in einer bemerkenswerten Ruhe und Gelassenheit. Endlich kommen wir zum gebuchten First Class Hotel Windsor Plaza, das höchste Gebäude der Stadt mit 25 Stockwerken, dann Einchecken und Zimmerbelegung. Zum Dinner geht’s mit dem Bus wieder ins Zentrum der Stadt in ein erstklassiges vietnamesisches Restaurant. Nebenbei bemerkt, es gibt in ganz Vietnam noch keinen Mc Donalds. Natürlich ist das Leben in dieser Stadt nach dem Abendessen nicht beendet. Mit Rickschas lassen wir uns zu den Kneipen und Bars chauffieren und entdecken dabei das Nachtleben von Saigon.

Die Nacht ist sehr kurz, das Telefon weckt uns um 5.30 Uhr. Über die Provinzhauptstadt My Tho geht die heutige Fahrt ins Mekong-Delta. Hier besuchen wir den Schwimmenden Markt von Cai Be. Die Boote der Großhändler machen hier fest und bieten meist Früchte oder Gemüse an. Exemplarisch wird die Ware auf hohen Holzpfählen befestigt und zur Schau gestellt. Auf kleinen Booten kommen Kunden vorbei, um die Ware zu mustern, über den Preis zu feilschen und einzukaufen. Leider ist das Wetter heute nicht besonders gut, immer wieder gibt es kräftige Regenschauer. Von Cai Be aus unternehmen wir eine Bootsfahrt zum Dorf Vinh Long, dabei können wir die wunderschöne Vegetation an den Flussufern genießen und das einfache Leben der Mekongbauern beobachten. Nach Rückkehr in Saigon fahren wir noch zum Stadtteil Cholon und besuchen einen chinesischen Tempel und den Markt. Und wieder fasziniert uns das chaotische Verkehrsgewühl. Nach dem Abendessen ist der Tag nicht zu Ende, das „Paris des fernen Ostens“ hat unglaublich viel zu bieten. Treffpunkt vieler Touristen aus aller Welt sind die Bars Allez Boo und Go Co 2.

Wieder müssen wir früh aus den Federn, denn heute steht die Busfahrt nach Phan Thiet auf dem Plan. Phan Thiet liegt ca. 200 km nordöstlich von Saigon am Südchinesischen Meer und ist das letzte Ziel auf unserer großen Reise.

Unterwegs halten wir an einem Soldatenfriedhof und gedenken der im Vietnamkrieg gefallenen Soldaten. Wir haben wieder schönes Wetter, die fünfstündige Fahrt ist interessant und vergeht wie im Fluge. In Mui Ne, nicht weit von Phan Thiet gelegen, liegt unser Hotel Swiss Village mit einer sehr schönen und üppig grünen Anlage. Viele Palmen, ein Swimmingpool und natürlich der schöne Strand laden zur Erholung ein. Gleich am ersten Abend feiern wir in der Hotelanlage den Geburtstag von Gerti Kastl aus Deggendorf.

Der elfte Tag unserer Erlebnisreise ist unser erster freier Tag, ohne Programm und ohne Busfahrt! Bei schönem Wetter genießen wir das Strandleben und erholen uns am Pool. Doch gegen Mittag werden einige bereits wieder unruhig und sind auf der Suche nach neuen Erlebnissen. Eine Tour mit Motorbikes bietet sich an. Für etwa zwei Dollar pro Stunde kann man sich moderne Mopeds leihen und auf Entdeckungstour gehen. Erstes Ziel ist der Fischerhafen von Mui Ne, auf einer Anhöhe bietet sich uns ein grandioser Ausblick mit tollen Motiven zum Fotografieren. Immer wieder kommen Fischerboote in die Bucht, um ihren Fang an Land zu bringen und zu verkaufen. Eine wirklich beeindruckende Atmosphäre!  Unser nächstes Ziel sind die weißen Dünen von Mui Ne, eine kleine Wüstenlandschaft, die Erinnerungen an die Arabischen Emirate hervorrufen. Eine Schar von etwa 15 Kindern begleitet uns auf einer Wanderung zu den Sanddünen. Ganz Aufgeweckte unter Ihnen sprechen sogar einige Worte auf Deutsch und animieren uns zu einer Schlittenfahrt. Ja, eine Schlittenfahrt, die ist lustig - auch in der Wüste. Auf einfachen Kunststoffbrettern rutschen wir von den Dünen, natürlich lassen sich die Kinder diesen Service auch bezahlen. Aber eine kleine Gabe ist der Spaß auf alle Fälle wert.

Die Mopedtour führt uns nun zu einem roten Canyon mit bizarren Schluchten und Felsen. Klar, dass wir auch diese Herausforderung meistern und den roten, sandsteinartigen Berg bezwingen. Eine tolle Aussicht auf das kleine Gebirge und die dahinter liegende Bucht belohnt den Aufstieg. Den Sonnenuntergang erleben wir dann nochmals auf den Dünen. Am späten Abend sitzen wir noch zusammen bei einem Bier, als um 0.15 Uhr plötzlich die Erde bebt. Später erfahren wir, dass das Erdbeben die Stärke 4,4 auf der Richterskala erreichte. Aber es sollte noch nicht das letzte sein…

Auch am nächsten Tag sind wir wieder mit den Mopeds unterwegs. In einer kleinen Gruppe fahren wir mitten im Verkehrschaos nach Phan Thiet zum Fischerhafen und -markt. Auch hier sind die Männer damit beschäftigt, Fische und anderes Meeresgetier an Land zu bringen. Hunderte von Frauen und Kindern sortieren, putzen und verarbeiten auch kleinste Fische. Gleich nebenan schließt sich der Obst- und Gemüsemarkt an. Eine unglaubliche Vielfalt von nie gesehenen Früchten ist hier zu bestaunen. Wir schlendern noch einige Zeit durch die Gassen von Phan Thiet, bevor wir uns wieder auf die Mopeds schwingen und die Heimfahrt nach Mui Ne antreten. Am Nachmittag ist wieder Strandleben angesagt, doch exakt um 14.55 Uhr schwankt wieder die Erde. Die Aufregung ist riesengroß - besonders bei den Frauen. Viele denken an die Tsunami-Katastrophe vor etwa 10 Monaten in Südostasien. Das Beben ist noch stärker als letzte Nacht und hat diesmal eine Stärke von 5,4! Erst nach einiger Zeit kehrt wieder Ruhe ein, manche genießen eine wohltuende Massage, andere relaxen am Pool oder erholen sich am Strand. Zum Dinner gehen wir heute ins Restaurant Rung Forest, das gleich gegenüber unserem Hotel liegt. Ein phantastisches Essen bei vietnamesischem Ambiente, ein interessantes und bestaunenswertes Wasserspiel, dazu traditionelle Musik machen den Abend unvergesslich.

Langsam neigt sich unsere Erlebnisreise dem Ende zu. Noch einmal genießen wir einen schönen und ruhigen Tag bei schönstem Wetter und Temperaturen um die 35 Grad.

Am Abreisetag fällt es schwer, Abschied von diesem unglaublich schönen Land zu nehmen. Noch einmal ein Bad im Meer und im Pool, dann werden die Koffer gepackt. Mittags wird uns noch ein kleines Essen serviert, dann wartet bereits unser Bus zum Transfer nach Saigon. Auf der fünfstündigen Fahrt zum Flughafen der südvietnamesischen Metropole kommen nochmals die beeindruckenden Bilder und Eindrücke der zweiwöchigen Rundreise ins Gedächtnis zurück. Um 20 Uhr startet unsere Maschine Richtung Hanoi, von dort geht’s mit einer Boeing 777 weiter nach Frankfurt.

Nach einem ruhigen Nachtflug landen wir um 6.15 Uhr am Frankfurter Flughafen. Müde, aber mit vielen und schönen Erinnerungen im Kopf und im Reisegepäck steigen wir am Flughafenbahnhof in unseren Zug. Pünktlich kommen wir in Plattling an, hier werden wir mit einem Bus abgeholt und nun geht’s direkt nach Hause.

Noch oft werden wir von den Erlebnissen dieser Reise erzählen, gerade auch die kleinen Nebensächlichkeiten am Straßenrand machen das Land so beeindruckend und unvergesslich. Ein traumhaftes Land!