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Auf Entdeckertour in der Karibik
Im
Süden der Karibik, vor der Küste Venezuelas, liegt der Inselstaat Trinidad &
Tobago. Die beiden Schwesterinseln sind die südlichsten Inseln der Kleinen
Antillen und bilden das Tor zur Karibik. Sie sind das Ziel der achtzehnten
Flugreise des Ski-Club Sonnenwald im Herbst 2006.
Mit großer Erwartung fahren am
31. Oktober 22 Reisefreunde mit dem Bus zum Münchner Flughafen. Mit der
holländischen Fluggesellschaft KLM fliegen wir nach Amsterdam, steigen um in
eine Boeing 767 der Martinair und erreichen nach knapp zehnstündigem Flug
unser erstes Reiseziel Tobago. Nur wenige hundert Meter sind es vom kleinen
Flughafen zum Hotel Tropikist Beach in Crown Point, das uns als
Unterkunft für die erste Übernachtung der 16-tägigen Reise dient. Ein Abendessen
mit Livemusik im Hotel und eine kleine Kneipentour beenden diesen langen Tag.
Nach
einer kurzen Nacht klingelt bereits um 4.15 Uhr der Wecker. Ein Bus bringt uns
zum Fährhafen nach Scarborough, der Hauptstadt Tobagos. Bevor wir an Deck
der komfortablen CAT-Fähre gehen, werden Sicherheitschecks und Kontrollen wie am
Flughafen durchgeführt. Pünktlich um 6.30 Uhr legt die Fähre ab, nur zweieinhalb
Stunden dauert die Fahrt nach Port of Spain, der Hauptstadt von Trinidad
& Tobago. Reiseleiterin Gunda empfängt uns und hilft uns beim Einchecken
im Hotel Cascadia. Den Nachmittag verbringen wir am Hotelpool, bevor uns
ein paar heftige Regengüsse auf die Zimmer vertreiben. Am Abend begleitet uns
Gunda in die Stadt, um die Steelband-Yards sowie das Künstler- und
Vergnügungsviertel St. James kennen zu lernen. Wir besuchen zwei der
vielen Steelbands, die BP
Trinidad
Renegades und Neal Massy Trinidad All Stars und sind tief
beeindruckt. Die Steeldrums sind eine Erfindung aus Trinidad. Während der
britischen Kolonialzeit war es den Einwohnern verboten, mit Trommeln und
Bambusstöcken Musik zu machen. Um 1936 begann das Volk deshalb, auf
Benzinkanistern, Fässern und Dosen zu trommeln. Dem Musiker Ellie Mannette
gelang es, einem Ölfass verschiedene Töne zu entlocken, die Steeldrum war
geboren. 1939 erklang erstmals ein Lied auf gestimmten Ölfässern. Die „John John
Band“ spielte das Kinderlied „Mary had a little lamp“, und 1945 war die erste
öffentliche Steelbandpremiere. In manchen Bands spielen heute über 100 Personen
und das Musikspektrum reicht von Volksliedern über Rock und Pop bis zu den
Klassikern wie Bach und Beethoven. Der Ölfassstimmer ist zum Beruf geworden und
es soll heute über 100.000 Steeldrum-Spieler auf Trinidad geben. Im Karneval
wird die beste Band als „Road March King“ prämiert. Gunda führt uns anschließend
zu einer Calypso-Show ins Mas Camp-Pub. Wir erleben die Auftritte
der „Len Gummings & D. Wailers“ mit Lady Wonder & Shirley und der Kaiso Band.
Was der Samba für
Brasilien und den dortigen Karneval bedeutet, das ist der Calypso für Trinidad.
Der Ursprung des Calypsos geht zurück auf die Sklavenzeit. Die Sklaven sangen
bei ihrer harten Arbeit auf den Feldern, um sich die Qual ein wenig zu
erleichtern. Außerdem war es oft die einzige Möglichkeit, sich, natürlich
verschlüsselt, über ihre Herren zu beschweren oder lustig zu machen. Auch über
Liebeleien und politische Ereignisse wurde gesungen, immer mit viel Humor und
Anzüglichkeiten. Das Wichtigste für jeden Calypsosänger ist das gekonnte
Improvisieren von Versen. Aus aktuellem Anlass singen Len Gummings & D. Wailer,
sowie Lady Wonder & Shirley auch über ihre Erlebnisse in Deutschland während der
diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft, wo sie die Soca Worriors
unterstützten. Nach einigen Gläsern Rumpunsch und einer wirklich beeindruckenden
Show kommen wir erst gegen 1 Uhr nachts zurück ins Hotel.
Am Vormittag des dritten Tages
fahren wir mit dem Bus nochmals in die quirlige Hauptstadt mit seinen ca.
350.000 Einwohnern. Vom Queen’s Park Savannah geht es über den
Independence Square, die betriebsame Queen Street bis zum Woodford Square.
Unterwegs lernen wir viele architektonisch interessante Bauwerke kennen und
besuchen einen Handwerksbetrieb für Karnevalskostüme. Durch die
karibischen bunten Außenbezirke der Hauptstadt und die Bergketten der Northern
Range geht es an die malerische Nordküste. Am Maracas Beach genießen wir
ein Bad am wunderschön gelegenen
Strand. Zum Mittagessen gibt es heute Bake
& Shark, scharf gewürzte Haifischbrote, die ausgezeichnet schmecken. Am
Nachmit-tag geht die Fahrt an Trinidads Westküste zum Vogelschutzgebiet Caroni
Bird Sanctuary. Während einer Bootstour durch die Sumpflandschaft gibt es
viele Vögel, Kaimane und auch Schlangen zu beobachten. Ein seltenes
Naturschauspiel ist die abendliche Heimkehr von tausenden der scharlachroten
Ibisse zu ihren Nistplätzen. Nach Rückkehr ins Hotel und dem nicht besonders
beeindruckenden Abendessen lassen wir den Tag an der Hotelbar ausklingen, einige
aber fahren mit dem Taxi in die Stadt, um auch das Nachtleben von Port of Spain
kennen zu lernen.
Das ASA Wright Nature Centre
ist unser Ziel am nächsten Tag. Wir verlassen Port of Spain auf der Lady
Young Road, die sich in Serpentinen bergwärts windet und genießen bei einem
Halt den
fantastischen
Ausblick auf die Stadt. In San Juan legen wir den nächsten Stopp ein, um
Geld zu wechseln und unsere Kühlbox mit Eis und Getränken (Bier) zu füllen. Das
ASA Wright Nature Centre ist nicht nur unter Vogelfreunden weltbekannt. Das
Naturparadies beherbergt viele seltene Vögel, auch Kolibris sind hier
zuhause. Ziemlich abenteuerlich ist die Fahrt durch den Regenwald auf der engen,
steilen und kurvenreichen Straße, bis wir das hoch gelegene Gästehaus erreichen.
Auf der Terrasse können wir aus nächster Nähe die Tier- und Vogelwelt
beobachten. Bei einer Führung durch den dichten Regenwald werden die
Besonderheiten von Flora und Fauna erklärt und nach einem wohltuendem Bad im
natürlichen Pool eines Wasserfalls wird uns im Gästehaus das Mittagessen
serviert. Erst spät am Nachmittag fahren wir wieder talwärts und zurück nach
Port of Spain. Der Freitag gilt in Trinidads Hauptstadt als der Ausgehtag, auch
deshalb fahren wir am Abend mit unserem Bus gemeinsam nach St. James.
Straßen ,
Bars, Kneipen und Restaurants sind voll mit jungen Trinidadianern - und keine
Touristen weit und breit. In kleinen Gruppen besuchen wir Kneipen und Bars und
bekommen so den besten Kontakt zu den Trinis, wie sich die Einwohner Trinidads
kurz nennen. Überhaupt sind die Leute sehr kontaktfreudig, schnell ist auch ein
Thema gefunden. Meistens geht’s natürlich um Fußball, obwohl Cricket
der
eigentliche Nationalsport ist. Der Be-sitzer der Bar Smoky & Bunty begrüßt uns
besonders herzlich, als er uns als Deutsche erkennt. Zur Fußball-WM war er mit
einer Delegation zu Besuch in Deutschland, ganz begeistert erzählt er von seinen
Erlebnissen. Die Wände seiner Bar sind voll mit Fotos und Plakaten der Soca
Worriors. Auch andere Bars wie Crobar, Squeeze und NexDoor sind voller Leute und
vieles spielt sich auf den Straßen ab. Das einheimische Bier der Marken STAG und
CARIB fließt in Strömen, kein Wunder bei immer noch knapp unter 30 Grad C.
Die
Tour führt uns am nächsten Tag in den Süden der Insel. Unterwegs besuchen wir
den großen und quirligen Markt in Chaguanas. Ein unglaublich
reichhaltiges Angebot an Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch wird hier in den Hallen
und im Freien angeboten und zeugt von der Fruchtbarkeit des Bodens. Bald ist
Weihnachten, denn die Geschäfte sind bereits entsprechend dekoriert und überall
hört man Parang-Musik, die traditionelle Weihnachtsmusik auf Trinidad und
Tobago. Dieses Vermächtnis der spanischen Eroberer wird noch heute von den
Volkssängern der Inseln bewahrt. In der Neuzeit hat sich eine neue Form des
Parang entwickelt: Der Soca-Parang. Er entstand aus Calypso und
Latinoklängen in Verbindung mit dem klassischen Parang. Auf der Weiterfahrt
erzählt uns Gunda im Bus viel vom Alltag in Trinidad. Überrascht sind wir von
den vielen neuwertigen, vor allem japanischen
Autos
auf den Straßen. Wir erfahren von unserer Reiseleiterin, dass nur maximal zwei
Jahre alte Autos eingeführt werden dürfen. Mit Japan besteht ein entsprechendes
Abkommen und ist daher fast alleiniger Autolieferant für die Einwohner Trinidads
und Tobagos. In Chaguanas und Umgebung haben sich hauptsächlich Inder
angesiedelt, diese Gegend ist auch das Hauptanbaugebiet für Zuckerrohr.
Bei der größten Hanuman-Statue außerhalb Indiens führt uns ein
Hindu-Mönch durch einen Tempel. Kaum zu glauben, aber 28 % der Bevölkerung
Trinidads sind Hindus und damit zweitgrößte Glaubensgemeinschaft nach den
Katholiken. Alle auf Trinidad lebenden Hindus sind Nachkommen von
Lohnarbeitern, die im neunzehnten Jahrhundert nach Abschaffung
der
Sklaverei aus Indien in die Karibik kamen. Auch zum Mittagessen gibt es heute
eine indische Spezialität: Roti, das ist fladenartiges Brot gefüllt mit
gemahlenen Erbsen. Unser heutiges Tagesziel ist der größte Asphaltsee der Welt,
der Pitch Lake im Süden des Landes. Der See misst ca. 1500 m im
Durchmesser, ist 40 - 100 m tief und erneuert sich ständig von selbst. Da der
See immer in Bewegung ist, können Teile versinken oder nach Jahrtausenden wieder
an die Oberfläche treten. Obwohl hier seit über 100 Jahren Teer abgebaut wird,
kommt noch immer genug nach. Der Asphalt von Trinidad gilt als bester
Straßenbelag weltweit. Auf der Rückfahrt kommen wir nach San Fernando, um die
Aussicht vom Fernando Hill auf den Golf von Paria zu genießen. Wegen einer
Hochzeitsfeier wird uns jedoch die Auffahrt nicht gestattet, unverrichteter
Dinge fahren wir anschließend zurück nach Port of Spain.
Es ist Sonntag und wir haben
einen freien Tag ohne Programm. Einige verbringen die Zeit am Hotelpool, andere
fahren mit einem Taxi zum Fort George oder in die Stadt. Eine Gruppe mit acht
Personen fähr t
mit Gunda zur Nordküste. Über die Maracas Bay geht’s zum wunderschönen Strand in
Las Cuevas und weiter zum kleinen Fischerdorf Blanchisseuse.
Der idyllische Ort wurde im 18. Jh. von französischen Einwanderern gegründet.
Einige Kilometer weiter endet die Straße ostwärts an der 100 Jahre alten
Hängebrücke Silver Suspension Bridge. Wir biegen nun ab zum Marianne
River, eine einstündige Hiking Tour zum Wasserfall ist
angesagt. Nur mit Badeklamotten bekleidet waten wir im knie- bis hüfthohen
Wasser f lussaufwärts
bis zu einem 30 Meter hohen Wasserfall, in dessen Pool wir ein herrliches Bad
genießen. Zum Abschluss steht noch eine Kajak-Tour an der Mündung des
Marianne River auf dem Programm. Auf der Rückfahrt nach Port of Spain halten wir
nochmal in der Maracas Bay, bei Uncle Sam ist heute Treffpunkt vieler Trinis zu
einer großen Parang-Party mit Livemusik. Müde vom anstrengenden Tag gehen
die meisten heute früh auf die Zimmer, nur einige wenige lassen sich auch das
Steelband-Festival in San Juan nicht entgehen.
Unser Aufenthalt in Trinidad
geht nun dem Ende entgegen. Am Vormittag fahren wir zum Fährhafen und
verabschieden uns von unserer Reiseleiterin Gunda. Mit ihrer Führung und
Begleitung während der Tage auf Trinidad sind wir mehr als zufrieden. Die
schnelle CAT-Fähre bringt uns nach gut zweieinhalb Stunden zur Schwesterninsel
Tobago zurück. Wir werden wieder pünktlich in Scarborough abgeholt und fahren
zum Hotel Tropikist Beach in Crown Point. Für den Rest des Tages ist Strandleben
an der Sandy Bay und am Hotelpool angesagt, zum Dinner am Abend gibt’s Seafood
in Dillon’s Restaurant.
Nach
einer langen und ausgiebigen Nachtruhe besteigen wir bei strahlendem
Sonnenschein ein kleines Glasbodenboot, das uns vom Pigeon Point zu den
Korallengärten im Buccoo Reef bringt. Beim Schnorcheln lernen wir die
fantastische Unterwasserwelt in einem der besten Schnorchel- und Tauch-reviere
der Karibik kennen. Das Korallenriff reicht in großen Teilen bis zu einem Meter
unter der Wasseroberfläche. Mit unserem Boot befahren wir auch Teile des Riffs,
die zum Schnorcheln nicht freigegeben sind und können hier die von Menschen noch
unberührte Unterwasserwelt beobachten. Schließlich erreichen wir den sog.
Nylon Pool, um bei einem halbstündigen Halt ein wirklich traum-haftes Bad im
flachen türkisfarbenen Wasser zu nehmen. Auch unsere Nichtschwimmer sind
begeistert. Der weiße Sand ist so feinkörnig, dass man sich damit die Haut auf
Gesicht und Körpe r
einreiben kann. Der Bootsführer erzählt uns, dass man sich danach zehn Jahre
jünger fühlt. Unsere weiblichen Badegäste können gar nicht genug von diesem
weißen Sand kriegen! Nach Rückkehr darf natürlich das obligatorische Foto am
berühmten Palmenstrand von Pigeon Point nicht fehlen. Immerhin befinden wir uns
am schönsten Strand Tobagos und einem der schönsten Strände weltweit. Hier
werden viele Werbespots und Musikvideos gedreht sowie Mode-aufnahmen gemacht. Man
sieht genau das vor sich, was man sich unter einem Traumstrand vorstellt: weißer
Sand, türkisblaues Meer, Palmen im Wind.... Zum Abendessen haben wir uns heute
das Restaurant „Pelikan-Reef“ ausgesucht. Es gibt hier eine große Auswahl,
Seafood und Steak schmecken vorzüglich und deshalb sind hier auch viele
Touristen anzutreffen.
Reiseleiterin Edith ist für die
Betreuung unserer Gruppe auf Tobago zuständig. Sie ist vor vielen Jahren aus
Deutschland ausgewandert, lebt seit zehn Jahren auf Tobago und arbeitet als
Guide bei einem Touroperator. Bei schönstem Wetter gehen wir mit ihr auf
Inseltour zu den Höhepunkten Tobagos. Beim ersten Halt besichtigen wir
das von den Engländern im 17. Jahrhundert erbaute Fort James bei Plymouth
im Norden der Insel. Tobagos Norden ist ein landschaftlich wunderschönes und vom
Tourismus noch kaum erschlossenes Gebiet. Hier findet man Regenwald, einsame
Strände und kleine verschlafene Dörfer - die Zeit scheint hier stehen geblieben
zu sein. Die meisten kleinen Orte auf Tobago bestehen nur aus Schule, Kirche,
Sportplatz, Post Office, kleinen Häusern und Läden. Vom Mount
Dillon
haben wir einen herrlichen Ausblick über die Terrassenfelder und einen großen
Teil der Nordküste mit außergewöhnlich schönen Buchten. Die Küstenstraße führt
uns über steile Hügel zur Castara Bay und weiter zur halbmondförmigen und
von Palmen gesäumten Englishman Bay. Viele Boote liegen am Strand, die
Menschen leben hier vom Fischfang und von der Landwirtschaft. Nach einer Weile
erreichen wir Parlatuvier. Der Ort ist klein, idyllisch und hat einen
schönen goldgelben Badestrand. Nun durchqueren wir Tobago von Nord nach Süd
durch das Tobago Forest Reserve, das älteste Naturschutzgebiet der Welt.
Von Roxborough, mit 13.000 Einwohnern zweitgrößte Stadt Tobagos, fahren wir
ostwärts auf der Winward Road über die King’s Bay nach Speyside. Ca. 5 km
vor Speyside hat man einen traumhaften Ausblick auf die ganze Bucht,
einschließlich der vorgelagerten Inseln Little Tobago und Goat Island. Speyside
ist noch immer ein kleines verträumtes Fischerdörfchen. Die größte
Sehenswürdigkeit des Ortes ist das auf der ganzen Insel bekannte Baumrestaurant
Jemma’s Seaview Kitchen. Das Restaurant wurde direkt in die riesige Krone
eines Mandelbaumes mit Meerblick gebaut. Hier machen wir Mittagspause, das Essen
schmeckt vorzüglich. Auf der weiteren Tour steigt die Straße steil und
kurvenreich an, bis wir am Flagstaff Hill ankommen. Wieder haben wir
einen gigantischen Ausblick über die Bucht und das Städtchen Charlotteville, die
Regenwälder und die Insel St. Giles. Hier treffen der Atlantik und das
Karibische Meer zusammen. Nun fahren wir zurück nach Roxborough und wandern
wenig später zu den Argyle Waterfalls, den schönsten und bekanntesten
Wasserfällen Tobagos. Hier stürzt das Wasser in drei Kaskaden in die Tiefe. Auf
der Winward Road im Süden der Insel geht die Fahrt zurück bis zur
Inselhauptstadt Scarborough. Im Fort King George 150 m über der
Rockly Bay wird unser letzter Stopp eingelegt, leider etwa zehn Minuten zu spät,
um hier den Sonnenuntergang genießen zu können. Jetzt sind es nur noch etwa zehn
Kilometer zurück bis zum Hotel in Crown Point. Nach diesem erlebnisreichen Tag
gehen wir heute zum Abendessen ins Toucan Inn.
Der
zehnte Tag unserer Reise ist der erste wirklich freie Tag. Die meisten relaxen
am Hotelpool oder erkunden die nähere Umgebung. Nicht weit vom Hotel und direkt
am Strand gelegen liegt das Restaurant „The Steak & Lobster Grill“. Hier gibt es
erstklassige Lobster-Spezialitäten, besonders der Lobster Thermidor - mit
Käse überbacken - schmeckt hervorragend. Alle Jahre wieder feiern wir während
der Reise den Geburtstag von Gerti aus Deggendorf. Zur Feier des Tages
versammeln wir uns alle am Hotelpool, um auf Gerti anzustoßen. Zu später Stunde,
nach einigen STAG-Bier oder Rumpunsch geht so mancher baden, unfreiwillig
natürlich.
In
einer kleinen Männergruppe fahren wir mit dem Taxi noch einmal zum Pigeon Point,
diesem traumhaft schönen Fleckchen Erde auf Tobago. Bei strahlendem Sonnenschein
genießen wir unseren Urlaub im Liegestuhl unter den vielen Palmen. Zwischendurch
ein Bad im karibischen Meer, dann wieder ein STAG-Bier zur Abkühlung in einer
Strandbar, was kann schöner sein? Eine Lincoln-Limousine bringt uns am Abend zum
Dinner nach Buccoo ins italienische Restaurant La Tartaruga und
anschließend zurück ins Cafe Iguana nach Crown Point. In der Open
Air-Disco „After Hours“ nicht weit von unserem Hotel Tropikist klingt der
heutige Abend aus.
Nur
zehn Minuten sind es zum Store Bay, einem kleinen Strand mit viel
karibischer Atmosphäre. In einer Strandbar treffen sich die Einheimischen zum
Liming, einer Lieblingsbeschäftigung der Menschen auf den westindischen
Inseln. Liming bedeutet „süßes Nichtstun“ und „das Leben genießen“. Je länger
unser Aufenthalt auf Tobago dauert, umso mehr passen wir uns dieser Lebensweise
an. Am Abend regnet es wieder einmal recht heftig, sogar beim Abendessen im Cafe
Coco tropft es vom Dach auf die Tische.
Auch am nächsten Tag - es ist
Sonntag - schüttet
es
wie aus Kübeln. Erst am Nachmittag bessert sich langsam das Wetter, ziemlich
rat- und planlos verbringen wir diesen Tag. Am Abend fahren wir dann mit unserem
Bus nach Buccoo. Der Ort ist wegen seiner Sunday School bekannt:
Jeden Sonntagabend findet am Strand eine riesige Open Air-Veranstaltung statt,
die bis in die frühen Morgenstunden dauert. Bei Einheimischen und Touristen
gleichermaßen beliebt, versammelt sich hier regelmäßig die halbe Insel, um bei
Bier, Rum, Barbequeue, heißer Musik und Tanz zu feiern.
Das
wechselhafte Wetter auf Tobago bleibt uns auch die letzten Tage erhalten. Immer
wieder vertreiben uns mehr oder weniger starke Regenschauer vom Hotelpool oder
vom Strand am Store Bay. Unsere Reise geht nun dem Ende entgegen, auch den Tag
der Abreise verbringen wir am Pool, erstehen die letzten Souvenirs und nehmen
Abschied im Cafe Iguana und vom Hotelpersonal. Am späten Nachmittag werden wir
von Roger abgeholt, der uns mit seinem Bus zum nahen Flughafen bringt.
Pünktlich besteigen wir unser
Flugzeug zur Rückreise. Nach einem etwa einstündigen Zwischenstopp in Paramaribo,
Surinam fliegen wir nachts zurück nach Europa. In Amsterdam müssen wir noch etwa
drei Stunden auf den Weiterflug mit KLM nach München warten. Hier werden wir
auch mit den neuen Sicherheitsbestimmungen konfrontiert, die keine Flüssigkeiten
mehr im Handgepäck erlauben. Für uns bedeutet das, dass der erstandene kostbare
Trinidad-Rum im Amsterdamer Abfall landet. In München empfängt uns Michael
Oswald aus Ranzing mit seinem Bus für die letzte Etappe zurück in unsere
Heimatorte. Nach sechzehn erlebnisreichen, aber auch erholsamen Tagen geht diese
achtzehnte SC-Reise zu Ende. |