Mabuhay -  willkommen auf den Philippinen

Die Philippinen haben eine sehr bewegte Geschichte hinter sich: Im Jahr 1521 entdeckte Ferdinand Magellan die Philippinen und kam dabei bei einem Gefecht zu Tode. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts eroberten die Spanier die Region. 330 Jahre spanische Kolonialherrschaft haben bis heute tiefe Spuren in der Kultur hinterlassen, was auch zur Folge hat, dass die Philippinen das einzige christliche Land Asiens mit ca. 85 % katholischem Bevölkerungsanteil sind. Ende des 19. Jahrhunderts übernahmen die Amerikaner das Land und blieben fast 50 Jahre, bevor die Philippinen 1946 in die Unabhängigkeit entlassen wurden.

Das Inselreich im pazifischen Ozean mit exakt 7107 Inseln steckt voller Kontraste. In keinem Land Asiens trifft der Fremde auf eine größere Vielfalt kultureller Einflüsse als auf den Philippinen.

War das diesjährige neunzehnte Reiseziel zu exotisch, zu fremd oder zu weit entfernt? Denn nur 13 Reisefreunde machten sich am 19. Oktober mit dem Bus auf den Weg zum Münchner Flughafen -  und sie wurden nicht enttäuscht und kamen nach zwei Wochen mit einer Fülle von Erlebnissen und unglaublichen Eindrücken zurück.

Hier der Ablauf unserer Erlebnisreise:

Freitag, 19. Oktober 2007: Erst mit etwa einstündiger Verspätung startet unser voll besetzter Airbus A330 der EMIRATES gegen Mitternacht in Richtung Dubai, denn bei Temperaturen um null Grad müssen wir noch durch die Enteisungsanlage.

Samstag, 20. Oktober 2007: Um 7 Uhr morgens landen wir auf dem riesigen Flughafen von Dubai. Gerade recht, um sich im Duty Free Bereich die Beine zu vertreten. Nach zweieinhalb Stunden Aufenthalt gehen wir an Board einer Boeing 777 und fliegen weiter nach Manila. Auch dieses Flugzeug ist restlos ausgebucht, vor allem mit philippinischen Gastarbeitern, die in ihre Heimat zurückreisen. Nach weiteren acht Stunden Flugzeit kommen wir in der philippinischen Hauptstadt Manila an. Es ist nun bereits 22:30 Uhr Ortszeit, als uns Reiseleiterin Sally und Busfahrer Roy zur Fahrt ins Hotel Pavilion abholen. Nur der harte Kern unserer Reisegruppe unternimmt noch einen Spaziergang zur Erkundung der näheren Umgebung. Hier im Stadtteil Ermita gibt es zahlreiche Bars, um bei einem Bier der Marke San Miguel die Reisestrapazen zu verdauen.      

Sonntag, 21. Oktober 2007: Eigentlich sollte der erste Tag in Manila der Akklimatisierung dienen. Aber nein, neun Leute unserer Gruppe nehmen ein Großraumtaxi, um einen Ausflug südwärts nach Las Pinas zu unternehmen. Die Attraktion des Ortes ist die weltberühmte Bambusorgel in der San Jose-Kirche. Las Pinas ist auch der Geburtsort der Jeepneys, einer weiteren landestypischen Erfindung. In der Jeepney-Fabrik Sarao werden bunt bemalte Fahrzeuge in solider Handarbeit hergestellt. Allein in Manila sind täglich ungefähr 60.000 dieser populären Sammeltaxis unterwegs. Unser nächstes Ziel ist der Lake Taal mit dem gleichnamigen Vulkan in der Mitte des Sees. Von einem Aussichtspunkt hoch über dem Seeufer können wir einen beeindruckenden Ausblick auf den See und den Vulkan genießen. Dieser kleinste aktive Feuerberg des Landes zählt jedoch immer noch zu den gefährlichsten seiner Zunft. Der letzte Ausbruch ereignete sich 1911, hierbei kamen 1300 Menschen zu Tode. Im Jahr 1992 erhitzte sich der Kratersee bis auf 60 Grad Celsius und alle umliegenden Ortschaften mussten evakuiert werden, der unberechenbare Vulkan beruhigte sich jedoch wieder. Nach der Rückkehr nach Manila steht das offizielle Stadtprogramm auf dem Reiseplan. Die Citytour beginnt in Makati, dem modernen und mittlerweile wichtigsten Geschäftsviertel der Stadt und führt uns weiter zum Rizal Park, der nach dem hier hingerichteten und begrabenen Nationalhelden José Rizal benannt wurde. Danach geht es zu alten spanischen Festung Intramuros, „der Stadt innerhalb der Mauern“ und nach San Augustin, zur ältesten katholischen Kirche der Philippinen. Die Kirche zählt auch zum Weltkulturerbe der UNESCO. Hier werden wir Zeuge einer einzigartigen und pompösen Hochzeitsfeier. Anschließend besuchen wir das historische Fort Santiago, das heute zu den wichtigsten kulturellen Stätten auf den Philippinen zählt. Reiseleiterin Sally führt uns auch zum chinesischen Friedhof. Hier reihen sich auf 40 Hektar Fläche wahre Paläste als Grabstätten für die reichen chinesischen Familien Manilas. Die letzten Ruhestätten sind mit Klimaanlage, Toiletten und Telefon ausgestattet, von gepflegten Gärten umgeben und werden rund um die Uhr bewacht. Metro Manila, also Groß-Manila, zählt heute ca. 17 Millionen Einwohner, davon leben mehrere Millionen in den Elendsvierteln der Stadt. Auf einer Brücke, die über die einzige Eisenbahnlinie der Stadt führt, beobachten wir einige Minuten lang das Leben in den Slums entlang und auf der Bahnstrecke. Nur wenn sich ein Zug nähert, leert sich das Menschengetümmel auf den Gleisen. Beeindruckende und zugleich bedrückende Bilder, die man gewiss nicht so schnell vergessen wird!

Zum Abendessen haben wir Plätze im philippinischen Restaurant Kamayan im Stadtteil Makati reserviert. Zu Essen gibt es hier original „luchon“ oder „suckling pig“, schmackhaftes philippinisches Spanferkel, am Spieß gegrillt. Für die musikalische Unterhaltung sorgt eine Band, die ausnahmslos aus blinden Musikern besteht. Den weiteren Abend verbringen wir in einer Karaoke-Bar in Ermita unweit unseres Hotels Pavilion. Wie überall, freuen wir uns auch hier über die sehr günstigen Preise - ein Bier kostet nur etwa 60 bis 70 Cent, ein gutes Abendessen etwa drei bis vier Euro.

Montag, 22. Oktober 2007: Heute beginnt unsere Nord Luzon Rundreise. Um sechs Uhr werden wir geweckt, verlassen Manila und fahren Richtung Norden. Bis Banaue in der Cordillera Central haben wir 350 km zu bewältigen. Anfangs geht die Fahrt durch die Tiefebene Luzons mit den größten Reisanbaugebieten des philippinischen Archipels zu den Städten San Fernando und Cabanaluan. Während der Fahrt können wir die Landbevölkerung bei der Arbeit auf den Reisfeldern beobachten. Wasserbüffel sind allgegenwärtig und für diese harte Arbeit eine lebensnotwendige Hilfe. In San Jose machen wir Mittagspause, bevor es auf Serpentinen in die Berge der Cordillera Central geht. Am geschichtsträchtigen Dalton Pass halten wir an und genießen auf einer Plattform den spektakulären

Ausblick. General Dalton und seine amerikanische Division kämpften hier gegen Ende des Zweiten Weltkriegs unter hohen Verlusten gegen japanische Truppen. Am frühen Abend erreichen wir planmäßig unser Hotel in Banaue. Hier sind wir die einzigen Gäste, auch der Abend findet im Hotel statt.

Dienstag, 23. Oktober 2007: Am Tag 5 unserer Reise gehen wir mit zwei Jeepneys auf Erkundungsfahrt in der Provinz Ifugao. An mehreren Viewpoints halten wir an, um den imposanten Ausblick auf die Reisterrassen von Banaue zu genießen. Sie liegen in einer gebirgigen Landschaft

etwa 1500 Meter über dem Meeresspiegel und bedecken fast 10 km² der Berghänge. Die vermutlich bis zu 2000 Jahre alten Reisterassen werden auch als „Achtes Weltwunder“ bezeichnet und erfahren als Weltkulturerbe zu Recht höchste Bewunderung. Kaum zu glauben, mit welcher Geduld, Hingabe und unendlichem Fleiß das Bergvolk der Ifugao auch heute noch unter schwierigsten Bedingungen diese Reisterrassen pflegt und bearbeitet. Keine Terrasse darf den Fluss des Wassers zur nächsten tiefer liegenden Ebene aufhalten, die gesamte Wassermenge wird durch Dämme, Gräben und Bambusröhren in gemeinschaftlichem Besitz verteilt. Sehr lebhaft geht es im geschäftigen Dorfzentrum von Banaue zu. Während sich viele Frauen im Wochenmarkt mit Gemüse und Obst, Fisch, Fleisch und Anderem eindecken, fallen uns besonders die vielen spielenden Kinder auf den Straßen und Plätzen auf. Auf einer Hängebrücke überqueren wir zu Fuß den Banaue River, dann beginnt ein abenteuerlicher Ausflug mit unseren Jeepneys zum Dorf Bangaan. Immer wieder müssen wir die Tour auf der nicht asphaltierten und manchmal schlammigen Straße unterbrechen, weil die Strecke durch Erdrutsche teilweise unpassierbar ist. Nach dem Ende der zweistündigen „Rüttelfahrt“ haben wir noch einen Fußweg über 500 Stufen talwärts zum idyllisch gelegenen Dorf inmitten der Reisterassen zu gehen. Schon auf dem Weg erkennen wir, dass im Dorf ein großes Fest gefeiert wird. Aber erst dort erkennen wir das Unglaubliche - die Leute feiern das Begräbnis eines Dorfbewohners! Der Sarg mit dem Verstorbenen ist in der Dorfmitte aufgebahrt, direkt neben dem abgetrennten Kopf eines soeben getöteten Wasserbüffels. Nebenan werden Enten und Hühner geschlachtet und auf dem staubigen Boden zerlegen die Männer des Dorfes den Körper und die Innereien des Wasserbüffels, Hunde fressen Fleischreste und lecken das Blut vom Boden. Es herrscht ein riesiges Tohuwabohu und das ganze Dorf ist beteiligt, auch viele  kleine Kinder. Eine Stunde später, wir haben den ersten Schock dieser Zeremonie verdaut und sind die 500 Stufen bei schweißtreibenden Temperaturen wieder hochgestiegen, führt uns Tourguide Sally zu einer schön gelegenen Hütte mit einer fantastischen Aussicht auf das Dorf und die Reisterassen. Sie serviert uns ein feines philippinisches Mittagessen mit Reis, Fisch und gegrilltem Fleisch vom Rind, Schwein und Hähnchen! Nur unsere weiblichen Teilnehmer haben nach den heutigen Erlebnissen nicht besonders viel Appetit! Auch am Abend an der Hotelbar gibt es noch viel Gesprächsstoff über die Höhepunkte des Tages. Im Banaue Hotel werden auch Massagen angeboten, nur etwa vier Euro sind für eine einstündige Behandlung zu bezahlen.

Mittwoch, 24. Oktober 2007: Die Regenzeit dauert auf Luzon etwa bis Ende Oktober, d.h. in der Cordillera muss man um diese Zeit immer wieder mit Regengüssen rechnen. Nebel und Regenschauer begleiten uns dann auch am folgenden Tag der Nordluzon-Rundreise nach Bontoc. Wir sind wieder mit dem Bus unterwegs, unser Fahrer Roy und auch Roger, der den Gepäckwagen steuert, haben auf der abenteuerlichen Strecke im Zentrum der Gebirgsregion wahre Meisterleistungen zu erbringen. In Bontoc besuchen wir das Bontoc Village Museum, das uns einen guten Einblick in die Lebensgewohnheiten der Bergvölker gibt. Gleich nebenan, in der Elementarschule von Bontoc, bietet sich ein kleiner Einblick in den Schulalltag des Ortes. Unser nächstes Ziel ist Sagada, ein kleiner Ort, der durch seine Höhlengräber und Hängenden Särge berühmt wurde. Ein Fußmarsch führt uns zur Lumiang Cave, einer Höhle mit etwa 100 Särgen, die an den Felswänden gestapelt oder aufgehängt sind. Die Bergvölker der Igorot bestatten ihre Toten seit Jahrhunderten in Begräbnishöhlen oder hoch oben an den Felshängen der Umgebung. Nach einem sehr guten Mittagessen in Sagada erzählt uns Reiseleiterin Sally bei der anschließenden Kaffeepause an einem schönen Aussichtspunkt viel vom Land und den Bewohnern, zum Kaffee empfiehlt sie uns einen Schuss philippinischen Rum - ein wirklich köstliches Getränk. Nun aber drängt Roy zum Aufbruch, denn wir haben bis zum Tagesziel Mt. Data noch einige Stunden unberechenbare Strecke zurückzulegen. Zum Glück bessert sich das Wetter und wir können auf der atemberaubenden Tour entlang des Chico Rivers und hoch über dem Fluss faszinierende Ausblicke auf die Landschaft genießen. Doch dieses landschaftliche Juwel war in größter Gefahr, als hier ein gigantischer Staudamm geplant wurde. Das von einem deutschen Konsortium konzipierte Projekt am Chico River führte schon in den siebziger Jahren zu einem regionalen Kleinkrieg, der sich bis vor kurzem hinzog. Für die Bevölkerung wurde der geplante Damm lebensbedrohend. Große Teile ihrer Reisterrassen, in denen sie auch ihre Toten bestatten, wären überschwemmt und über 200.000 Menschen umgesiedelt worden. 1980 ermordeten Soldaten den Führer der Kalinga. Diese massakrierten daraufhin Ingenieure und Bauarbeiter. Jetzt ist das Vorhaben ausgerechnet auf Betreiben der Weltbank auf Eis gelegt worden. Sicher fühlen sich die Kalinga, Apayao und Bontoc jedoch noch lange nicht. Ihr Misstrauen und die Furcht vor Fremden sind geblieben.

Bei Dunkelheit erreichen wir endlich die Mt. Data Lodge im gleichnamigen Ort auf 2256 m Meereshöhe. An der Bar wird uns gleich ein „Hot buttered Rhum“ gereicht, ein „Jagatee“ philippinischer Art. Nach dem stilvollen Dinner lassen wir es uns am gemütlichen Kaminfeuer gut gehen. Zur Überraschung des Abends organisiert Sally eine Igoro-Gruppe, die uns mit Folklore und Tänzen begeistert. Am Ende des Auftritts darf jeder von uns eine kostenlose Fußmassage über sich ergehen lassen. Eine Überraschung gibt’s auch auf den Zimmern - wegen der unbeheizten Räume liegen in den Betten Wärmflaschen bereit, das sind in Tüchern gewickelte und mit heißem Wasser gefüllte Weinflaschen! 

Donnerstag, 25. Oktober 2007: Es ist ziemlich kalt heute Morgen, auch die Berge sind in Nebel gehüllt, als wir zur nächsten Etappe aufbrechen. Die Tour führt uns auf dem Mountain Trail, einer spektakulären Straße zwischen tiefen Schluchten und hohen Klippen, nach Baguio. Die Stimmung steigt jedoch bald, denn das Wetter wird immer besser und bald herrscht Sonnenschein pur. Soweit das Auge reicht, unendliche Salat- und Gemüseterrassen an den steilen Berghängen! Das fruchtbare Tal von „La Trinidad“ ist auch als „Salatschüssel“ der Philippinen bekannt. Am „Highest Point“ auf 2255 m Meereshöhe halten wir an, um diese Kulisse in Ruhe zu bewundern und zu fotografieren. An einem Verkaufstand werden u.a. auch Baluts angeboten, eine besondere philippinische Spezialität. Baluts sind halb ausgebrütete Enteneier, die in einem Wärmebehälter immer auf gleicher Temperatur gehalten werden. Unter einheimischen Männern sind diese Eier sehr beliebt, gilt doch ein Balut als philippinisches Viagra. Auch Busfahrer Roy schätzt diese Delikatesse und zeigt uns, wie man ein Balut verspeist. Die Stadt Baguio, das heutige Tagesziel, liegt auf 1500 m Meereshöhe und gilt als Zentrum der Wunderheiler. Bereits die Fahrt durch die Vororte ist hochinteressant, aber noch mehr beeindruckt der Verkehr und das quirlige Treiben auf den Straßen und Plätzen der lebhaften City. Tausende bunte Jeepneys sind unterwegs und ebenso viele Tricycles, die philippinischen Dreiräder. Zum Mittagessen gehen wir in ein chinesisches Restaurant, und dann zu Fuß zum City Market. Dem Besucher bietet sich hier ein unglaubliches Angebot an frischem Obst und Gemüse, Fisch und Fleisch. Vor allem die Sauberkeit ist bemerkenswert. Unvorstellbar aber, wie in dieser Stadt die Stromversorgung funktionieren kann - ein Wirrwarr von unzähligen Drähten und Knoten, die an den Strom- und Telefonmasten hängen. Und nachdenklich stimmen uns die vielen Kinder, die auf den Straßen als Bettler unterwegs sind. Hartnäckig begleiten sie uns bis zum Bus, der im Burnham Park auf uns wartet, und hoffen auf eine Gabe. Erst bei Dunkelheit erreichen wir unser heutiges Quartier, das neu erbaute Ridgewood Residence Hotel. Klar, dass wir nach dem Abendessen auch das Nachtleben der Stadt erkunden.

Freitag, 26. Oktober 2007: Nach einer kurzen Nacht müssen wir früh aus den Federn. Aber wir haben gute Stimmung, denn es ist schon am Morgen sonnig und sehr warm. Am letzten Tag unserer Rundreise auf Luzon geht es auf dem Mc. Arthur Highway zurück nach Manila. Auf Serpentinen schlängelt sich die Straße immer tiefer und weiter Richtung Flachland und überwindet dabei ca. 1500 m Höhe. An einem schönen Wasserfall halten wir an und überschreiten eine recht wackelige Hängebrücke, um zum Becken des Wasserfalls zu kommen. Bald aber befinden wir uns in der fruchtbaren Provinz Tarlac und damit wieder in der Tiefebene Nordluzons. Noch ist Weihnachten zwei Monate entfernt, doch auf den Straßenmärkten

 

 

 

 

 

 

 

wird schon vorweihnachtliche Stimmung verbreitet. Bei Temperaturen von weit über 30° gibt es kitschige Schneemänner und sonstiges Weihnachtsspielzeug aus Plastik zu kaufen. Und Sally überrascht uns ein weiteres Mal, als wir zum Mittagessen im Floating Restaurant Isdaan einkehren. Zum perfekten Mittagessen gehören hier auch musizierende Köche, die uns mit Evergreens und anderen Hits bei Stimmung halten. Und noch ein weiterer und nachdenklicher Höhepunkt erwartet uns am Nachmittag. Bei einem Abstecher nach Bacolor können wir hautnah die Folgen des gewaltigen Vulkanausbruchs des Mt. Pinatubo im Jahr 1991 nachvollziehen. Der Jüngste Tag schien gekommen zu sein, als am 15. Juni die Eruptionswolken bis 25 km in den Himmel hinauf schossen. Die Katastrophe forderte etwa 1000 Menschenleben und Hunderttausende wurden obdachlos. Doch damit nicht genug - im Jahr 1995 walzten nach heftigen Regenfällen gewaltige Schlammlawinen von den zerstörten Hängen des Mt. Pinatubo auf die Stadt  San Fernando zu. Bis zu neun Meter hoch türmten sich die Erdmassen und kaum ein Gebäude blieb bestehen. Heute erinnert das aus den Erdmassen ragende Dach der Kirche an die Katastrophe. Der Eingang wurde um eine „Etage“ nach oben versetzt, ebenfalls die Altäre und Stuhlreihen. Zu einem beeindruckenden Erlebnis wird auch der letzte Abschnitt der heutigen Fahrt, der uns während der „Rush hour“ am späten Nachmittag durch San Fernando nach Manila führt. Unglaublich, was es links und rechts der Straße alles zu sehen gibt! Dann heißt es noch einmal Einchecken im Hotel Pavilion und am Abend ist ein Seafood-Dinner angesagt.

Samstag, 27. Oktober 2007: Wieder eine kurze Nacht, denn bereits um 5 Uhr werden wir geweckt. Wegen der frühen Zeit wird das Frühstück im Zimmer serviert. Dann bringen uns Sally, Roy und Roger mitsamt Gepäck zum Flughafen. Doch die Eile war umsonst, denn unser Flug mit Philippine Airlines nach Tagbilaran auf der Insel Bohol hat eineinhalb Stunden Verspätung. Leider haben wir heute eine recht starke Bewölkung, so dass man nur wenig von der traumhaften Inselwelt der Visayas sehen kann.  Um elf Uhr landen wir dann auf dem kleinen Provinzflughafen, schon auf dem Rollfeld können wir unser Gepäck abholen und auch ein Bus steht für den Transfer zum Alona Beach auf der kleinen Insel Panglao bereit. Panglao ist durch eine Brücke mit der großen Insel Bohol verbunden. Nach einer halben Stunde kommen wir in unserem kleinen Hotel Sun Apartelle an. Der Nachmittag dient der Eingewöhnung und einem ersten Bad im Pool und am sehr schönen Alona Beach. Hier gibt es auch eine Vielzahl an Kneipen und Restaurants, alle direkt am Meer gelegen. Vor allem am Abend herrscht hier eine wunderbare und stimmungsvolle Atmosphäre. Überall wird eine große Auswahl an Seafood angeboten und der Gast kann sich daraus sein eigenes Menü zusammen stellen. Unglaublich, aber für ein wirklich feines Abendessen zahlt man inklusive Getränke nur etwa fünf bis sechs Euro.   

Sonntag, 28. Oktober 2007: Der erste Tag unserer Reise ohne Programm! Endlich auch einmal länger liegen bleiben und dann gemütlich und in Ruhe das Frühstück auf der Terrasse des Sun Apartelle genießen. Dann aber ruft der Strand am Alona Beach, bei Sonnenschein und tropischen Temperaturen ist Ausspannen und Relaxen angesagt, ab und zu auch ein Bad im Pazifik. Das Wasser ist sehr warm und glasklar, so klar, dass man am Boden Seesterne, Seeigel, bunte Fische und Korallen sehen kann. Für Tauch- und Schnorchelfans bietet sich hier ein Paradies – die Unterwasserwelt rund um die Insel gehört zu den schönsten überhaupt. Natürlich findet auch unser heutiges Dinner hier statt, bei dem Angebot an schönen und guten und vor allem preiswerten Restaurants keine schwere Entscheidung! Auf dem Rückweg zum Hotel bieten sich noch etliche Bars zur Einkehr an, am besten aber gefällt es uns in Helmut’s Place. Helmut ist Deutscher und führt mit seiner philippinischen Frau Mercy und einer tollen Belegschaft diese Kneipe.     

Montag, 29. Oktober 2007: Ein neuer Höhepunkt steht auf dem Programm. Und wieder haben wir Traumwetter, als wir zum Trip über die Brücke auf die Insel Bohol aufbrechen. Der Weg führt uns durch die kleine Stadt Baclayon zum berühmten „Blood Compact“-Monument, das eine Darstellung des Blutpaktes vom 16. März 1565 zwischen dem Spanier Miguel Lopez de Legazpi und dem Filipino Sikatuna zeigt und den Anfang der über 330-jährigen Kolonialherrschaft Spaniens dokumentiert. Bohol ist eine landschaftlich wunderschöne Insel, die mit ihrem tropischen Bewuchs und ihren grünen Reisfeldern ihre Besucher begeistert. Das wirklich Herausragende an dieser Insel und in der Welt einzigartig sind die Chocolate Hills, mehr als tausend mit Gras bewachsene Hügel mit einer Höhe von bis zu 120 Metern. Wie gigantische, halbvergrabene Kokosnüsse, liegen die Schokoladenhügel eingebettet in einer weiten Ebene aus Reisfeldern, Palmen- und Bambuswäldern. Wir kommen gehörig ins Schwitzen, als wir einen Aussichtspunkt auf einem der höchsten Hügel besteigen. Doch eine fantastische Aussicht entschädigt diese kleinen Mühen und man kann kaum loslassen von diesem traumhaften Ausblick. Auch während der weiteren Busfahrt gibt es immer wieder Überraschendes zu sehen und zu fotografieren. Linienbusse, die mit achtzig oder hundert Passagieren unterwegs sind, viele davon auf dem Dach sitzend und an den Türen hängend. Und die vielen bunten, meist total überfüllten Jeepneys! Bei einem weiteren Halt überqueren wir auf einer abenteuerlichen Hängebrücke den Loboc River und kurze Zeit später gehen wir an Board eines Ausflugsbootes. Während der stimmungsvollen Bootsfahrt durch die tropische und ursprüngliche Landschaft wird an Board auch das Mittagessen serviert. In diesem Dschungel und weltweit nur hier versteckt sich auch der kleinste Affe der Welt, der Tarsius. Wir besuchen das Tarsier Visitor Center, um den kleinen Winzling zu beobachten, der uns mit dem starren Hypnoseblick aus seinen murmelgroßen Glotzaugen fasziniert. Nun aber geht’s zurück ins Sun Apartelle, noch ein kurzes Bad im Pool und etwas Zeit zum Ausruhen. Dann aber ruft der Alona Beach zum Abendessen und Ausgehen…

Dienstag, 30. Oktober 2007: Mein Gott, wie die Zeit vergeht! Der Großteil der Gruppe vertreibt sich die Zeit am Alona Beach. Wir, das sind Robert, Reinhard und ich, mieten uns heute zwei Mopeds und ein Tricycle incl. Fahrer und gehen auf Entdeckertour. Vor allem die kleinen Dinge am Straßenrand interessieren uns heute, oder anders ausgedrückt, der Weg ist das Ziel. Anfangs, noch auf Panglao, besuchen wir die Hinagdanan Cave mit einem See innerhalb der Höhle. Nicht lange kann man darin verweilen, denn es herrscht drückende Schwüle. Nach kurzer Weiterfahrt kommen wir zu einer Schule. Schon die Außenanlage sieht mit den vielen Blumenbeeten sehr einladend aus. In kurzer Zeit sind wir von mindestens einhundert Kindern umringt und alle wollen fotografiert werden. Auch das Betreten der Klassenzimmer wird uns von den Lehrkräften freundlich erlaubt. In einem kleinen Fischerdorf an der Brücke nach Bohol halten wir, um unseren Flüssigkeitsbedarf wieder aufzufüllen. Der Markt ist bereits gelaufen, die Männer sind nun damit beschäftigt, die Netze wieder für den nächsten Morgen vorzubereiten oder zu reparieren. Bei brütender Hitze und Sonnenschein pur fahren wir weiter nach Tagbilaran, die Inselhauptstadt von Bohol. Tausende von Jeepneys und Tricycles sind hier auf den Straßen unterwegs, natürlich alle überfüllt oder maßlos überladen. Wir halten uns in Richtung Maribojoc, ein beliebtes Ausflugsziel vieler Inselbewohner. Doch plötzlich erscheint eine ziemlich dunkle Wolke am Himmel und innerhalb weniger Minuten beginnt es zu regnen. Bei einem Getränkestand halten wir an, um das Ende des Regenschauers abzuwarten, leider vergeblich. Wir entscheiden uns nun zur Umkehr und Rückfahrt zum etwa 40 km entfernten Hotel. Die Regenschauer werden nun stärker und wandeln sich zu ergiebigen Regenfällen. Zu allem Unglück stirbt auch noch der Motor meines Mopeds ab. Der Grund ist, dass der Tank beim Start unserer Tour nur halb gefüllt war und nun der letzte Tropfen Benzin verbraucht ist. Ich bleibe zurück und Robert und Reinhard fahren zur nächsten Tankstelle, um Sprit zu holen. Die Regengüsse werden stärker und stärker, zum Wolkenbruch gesellt sich auch noch Blitz und Donner. Erst nach einer Stunde kommen die beiden mit einer gefüllten Colaflasche Benzin zurück. Obwohl die Regengüsse nur leicht nachlassen, entschließen wir uns zur Weiterfahrt nach Tagbilaran. Hier stehen die Straßen 20 bis 30 cm unter Wasser, eine Straßenführung ist nicht mehr zu erkennen. Doch endlich sehen wir die Brücke nach Panglao vor uns und sind erleichtert, aus dieser stinkenden Brühe aus Regen- und Abwasser herauskommen. Aber auch die letzten 20 km begleiten uns Regen, Blitz und Donner. Völlig durchnässt, aber wohlbehalten und unfallfrei kommen wir am späten Nachmittag zum Hotel zurück und haben viel von unseren heutigen Erlebnissen zu erzählen. Zum Glück hört es nun auch auf zu regnen, denn für den Abend ist am Hotelpool ein Barbecue für unsere Gruppe geplant. Und tatsächlich, bei sehr angenehmen Temperaturen kann unsere kleine Feier stattfinden. Dazu lassen wir uns von unserem Hotelpersonal Peyeth und Co. mit Spezialitäten vom Grill verwöhnen. Dazu gibt es das gute San Miguel Bier und philippinischen Rum. Und später trifft man sich wie immer in Helmut’s Place.  

Mittwoch, 31. Oktober 2007: Der dreizehnte Tag - und das an Helloween! Wir genießen den Tag bei super Wetter und toller Atmosphäre am Alona Beach. Die Seesterne sind heute besonders zahlreich und im klaren Wasser sehr gut zu beobachten. Auch bei den vielen Tauchgruppen herrscht reger Betrieb. Am Nachmittag ziehen dann sehr schnell wieder Regenwolken auf, aber auch die Sonne lässt sich wieder blicken. Der Rest des Tages? Siehe die Tage zuvor!

Donnerstag, 1. November 2007: Heute ist Allerheiligen, und deshalb verbringen viele Philippinos den Tag am Friedhof. Man bringt Essen und Getränke mit, um gemeinsam mit den Verstorbenen zu feiern. Wir aber haben noch einen halben Tag, um vom Alona Beach (und Helmuts Place!) Abschied zu nehmen. Am Nachmittag packen wir dann unsere Koffer und fahren zum Airport nach Tagbilaran. Im einzigen Gate des winzigen Flughafens spielt zum Abschied noch eine Band mit blinden Musikern, bevor wir die lange Rückreise mit Umsteigestopp in Manila antreten.

Freitag, 2. November 2007: Nach einem achtstündigen Nachtflug landen wir wieder in Dubai. Auch hier müssen wir nochmals umsteigen und kommen dann gegen Mittag in München an. Ziemlich müde, aber mit vielen Erlebnissen und Eindrücken aus einem nicht alltäglichen Reiseland fahren wir das letzte Stück mit dem Bus in die niederbayerische Heimat zurück.