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Borneo - Natur
mit Superlativen
Die 21. Flugreise führte uns im
Herbst 2009 zum zweiten Male nach Malaysia. Nachdem wir vor 16 Jahren bei der
damaligen Tour bereits Kuala Lumpur, Singapur und die Insel Penang kennenlernten,
waren diesmal die Bundesstaaten Sarawak und Sabah auf der weltweit drittgrößten
Insel Borneo unsere Ziele. 15 Reisefreunde haben sich zu dieser
exotischen und sicher nicht alltäglichen Erlebnisreise angemeldet.
Hier der Ablauf unserer Reise:
Samstag, 31. Oktober 2009:
Bereits um vier Uhr morgens beginnt unsere Asienreise, mit einem Oswald-Bus
fahren wir zum Bahnhof in Regensburg und anschließend mit dem ICE zum
Frankfurter Flughafen. Planmäßig startet unsere vollbesetzte Boeing 777 der
MALAYSIA AIRLINES um 12 Uhr in Richtung Asien. Den etwa zwölfstündigen Flug
nach Kuala Lumpur verbringen wir mit Schlafen, Essen, Filme schauen,
Lesen und Dahindösen… Schon während des Fluges stellen wir die Uhren um sieben
Stunden vor.
Sonntag, 1. November 2009:
Um 6.50 Uhr
Ortszeit landen wir auf dem Flughafen der Hauptstadt Malaysias. Doch noch haben
wir unser Ziel der langen Anreise nicht erreicht, denn nach etwa 3-stündigem
Aufenthalt haben wir noch den Inlandsflug nach Kuching auf Borneo zu
bewältigen. Hier werden wir bereits von unserem Reiseleiter Andy
erwartet, der uns auch in den nächsten Tagen als Tourguide
betreuen
wird. Andy ist in einem Dorf in Sarawak geboren und aufgewachsen, hat sich
selbst die deutsche Sprache beigebracht und verwendet den Namen „Andy“ nur als
Künstlernamen. Unser Bus bringt uns zum Hotel Harbour View im Zentrum von
Kuching. Nach der Zimmerverteilung und einer Dusche treffen wir uns am
Nachmittag mit Andy zur Citytour. Kuching mit ca. 580000 Einwohnern ist die
Hauptstadt von Sarawak, das von der Fläche her das größte Bundesland Malaysias
darstellt. Im Zentrum der auch „Cat City“ genannten Stadt sehen wir die
Katzenstatue, besuchen die chinesischen Tempel Tua Pek Kong und
Hong San sowie das Sarawak Museum, das zu den führenden Museen in
ganz Asien zählt. Wir sind auf den Spuren von James Brooke und den „Weissen
Radschas von Sarawak“. Das Fort Margherita und die Residenz Astana
sind Zeugen dieser Zeit aus dem neunzehnten Jahrhundert. Zu den markantesten
Gebäuden zählt auch das Parlamentsgebäude Negeri Council Komple ks, das
Court House (Justizgebäude)
und das Civic Centre, von dessen Aussichtsplattform wir einen malerischen
Blick auf die Stadt und die Umgebung genießen können. Wir besuchen noch einen
chinesischen Friedhof und anschließend die Moschee von Kuching. Unser
Rundgang endet an der Kuching Waterfront. Nachdem es leicht zu regnen
beginnt, bleibt noch etwas Zeit für eine Einkehr im Bistro James Brooke nahe
unseres Hotels Harbour View. Zum Abendessen geht es zum „Seagood Seafood
Center“, wo es eine große Auswahl an Fisch und Meeresfrüchten gibt.
Montag, 2. November 2009:
Pünktlich um 6 Uhr holt uns der Weckruf aus dem Schlaf. Noch vor dem Frühstück
muss der Rucksack mit allen notwendigen Dingen für die Tour zu den Ibans am
Lemanak-Fluss in einem der abgelegendsten Gebiete von Sarawak gepackt
werden, denn unsere Koffer müssen im Hotel zurückbleiben. Erstes
Etappenziel auf der knapp 300 km langen Fahrt ist das Wildlife Rehabilitation
Centre für Orang Utans in Semenggoh. Hier bietet sich eine der seltenen
Möglichkeiten, den „Wilden Mann Borneos“ aus nächster Nähe in seiner natürlichen
Umgebung zu beobacht en. Zur Fütterung erscheinen dann auch vier Orang Utans, nur
Ritchie, der „Chef“ lässt sich leider nicht blicken. Hier bekommen wir auch
einen ersten Eindruck von der großen Hitze und der extremen Luftfeuchtigkeit,
die uns in den nächsten Tagen begleiten wird. Unser nä chster Halt wird in dem
Städtchen Serian eingelegt, hier gibt es einen bunten Markt mit
vielen exotischen Früchten und Produkten aus dem Dschungel. Während der weiteren
Fahrt auf der recht holprigen Strecke besichtigen wir auch eine kleine
Pfefferfarm, wo schwarzer und weißer Pfeffer geerntet und verkauft wird. In
der kleinen chinesischen Siedlung Lachau nutzen wir die letzte
Möglichkeit für ein Mittagessen. Hier gibt es auch eine ganze Reihe von
Lebensmittelläden, um noch kleine Geschenke für die Ibans zu besorgen. Bald aber
erreichen wir die Bootsanlegestelle am Lemanak-Fluss, um in motorisierte „Perahu“-Langboote
umzusteigen. Etwa eine Stunde dauert die Bootsfahrt f lussaufwärts durch
tropischen Regenwald und unter einem riesigen Blätterdach hindurch zu einem
Langhaus der Ibans.
Bis zum Anfang des
letzten Jahrhunderts waren die Iban die gefürchtesten Kopfjäger Borneos.
Heutzutage aber sind sie sehr friedlich und gastfreundlich und geben Einblick in
ihre traditionelle Kultur und Lebensweise. In unserem Langhaus, wo wir auch
übernachten werden, leben laut Auskunft von Tourguide Andy derzeit 14 Familien
mit insgesamt 85 Personen. Über eine „Hühnerleiter“ erreichen wir die offene,
flussseitig gelegene Veranda des Langhauses (Tanju), das in seiner Länge ca. 80
m misst. Bevor wir die überdachte Veranda (Ruai) und Mittelpunkt
der Langhausgemeinschaft betreten, ziehen wir unsere Schuhe aus. Hier werden
auch Handwerksarbeiten
ausgeführt, religiöse Zeremonien und Gerichtsverhandlungen abgehalten. Die separaten Wohn- und
Schlafräume (Bilek) der einzelnen Familien
sind an der flussabgewandten Seite aneinandergereiht. Während wir uns
bei einem
Tee auf der Veranda erholen können, beobachten wir das Leben der Ibans und
genießen die beeindruckende
und
einzigartige
Atmosphäre. Langsam wird es dunkel,
während unser Reiseleiter, der Busfahrer und
die Frauen des Langhauses unser Abendessen zubereiten. Bald aber werden wir zum „Dinner“ gerufen. Auf dem Boden
sitzend, essen wir Hühnchen, Fisch und Schweinefleisch, dazu Reis, Nudeln und
viel Gemüse sowie Früchte des
Urwalds. Mit einem Glas Tuak (Reiswein) beginnt
dann das Abendprogramm mit traditionellen Tänzen, Musik und Spielen.
Zwischendurch werden unsere mitgebrachten Geschenke an Kinder, Frauen und Männer
verteilt. Dabei wird genauestens auf eine gerechte Aufteilung der vielen
Kugelschreiber, Lippenstifte,
Lebensmittel,
Luftballons und weiterem Spielzeug geachtet. Die Szenerie ist wirklich
beeindruckend - und faszinierend auch die Freude und die Dankbarkeit der
Kinder über die kleinen Gaben! Nebenbei zeigen uns die Männer einige „Trophäen“
aus der Köpfjägerzeit, die noch vereinzelt unterm Dach der Veranda baumeln. Die
Frauen des Langhauses beginnen nun, unser
Nachtlager aufzubauen. In der Ruai werden Matratzen ausgelegt, mit den
mitgebrachten Betttüchern bezogen und die Schlafgemächer mit einem Moskitonetz
vor den Plagegeistern geschützt. Um 22 Uhr ist Bettruhe!
Dienstag, 3. November 2009:
Nicht alle erleben eine ruhige Nacht, denn ein Hund treibt im großen Schlafraum
sein Unwesen. Und ab 3 Uhr früh ist die Nacht vorbei und an Schlafen nicht mehr
zu denken, denn wie auf Kommando krähen alle Hähne des Dorfes zum Weckruf für
alle Tiere der Umgebung. Geduscht wird im Freien oder man begnügt sich mit einer
kleinen Morgenwäsche, dann
versammeln wir uns zum Frühstück mit
viel Rührei
wieder auf dem Boden. Während uns ein Iban den Umgang mit dem Blasrohr
demonstriert und uns zum Üben animiert, werden unsere „Betten“ von den Frauen
des Langhauses wieder abgebaut und weggeräum t. Der Alltag der Ibans
beginnt, die Frauen kümmern sich um die Kinder, sieben Reis oder Pfeffer,
während die Männer
zum Fischen gehen, auf den Reisfeldern arbeiten oder zum Jagen im Urwald
unterwegs sind. Bei einer kleinen Dschungelwanderung werden uns noch
viele Pflanzen, Früchte des Urwalds und gefährliche Tierfallen gezeigt, bevor
wir wieder mit den Langbooten auf dem Lemanak River zum Bus zurückfahren.
Mit diesem geht’s anschließend wieder zurück nach Kuching zum Hotel Harbour View.
Am Abend gehen wir heute zum quirligen „Hot Spot Seafood Centre“ und
treffen uns später wieder zur gemütlichen Runde im Bistro James Brooke, um noch
den abenteuerlichen Aufenthalt bei den Ibans zu „verarbeiten“.
Mittwoch, 4. Novem ber
2009:
Am fünften Tag unserer Reise steht der Bako-Nationalpark auf dem
Programm. Auch bei dieser Tour müssen unsere Koffer im Hotel zurückbleiben. Mit
dem Bus sind es von Kuching nur etwa 30 km Fahrt bis zum Fischerdorf Kampung
Bako. Wegen der momentan herrschenden Ebbe muss aber die geplante Bootsfahrt
zum Nationalpark um mindestens eine Stunde verschoben werden. Deshalb
besichtigen wir ausgiebig das auf Pfählen gebaute Fischerdorf, etwas störend ist
dabei nur der herumliegende Müll. Endlich steigt das Wasser wieder und wir
können gegen Mittag unsere Boote zum Bako-Nationalpark besteigen. Nach einer
halben Stunde erreichen wir den Nationalpark, der auf einer Halbinsel im
Südchinesischen Meer li egt und nur per Boot erreichbar ist. Es gibt keine
Anlegestelle, so steigen wir aus dem Boot ins knietiefe, lauwarme Wasser und
waten dem Strand des Park Head Quarters entgegen. Auf Stegen werden wir
zu den Chalets geführt, die uns heute als Nachtquartier dienen werden. Bereits
hier bekommen wir einen ersten Eindruck von der faszinierenden Tierwelt von Bako,
denn giftige Grüne Pit Vipern und freche Makaken-Affen lauern im
Gebüsch direkt an den Wegen zu den Chalets. Noch am Nachmittag brechen wir zur
ersten Dschungeltour auf. In einer schweißtreibenden zweistündigen Wanderung auf
dem Telok Paku Trail sehen wir Makaken und die seltenen Nasenaffen
und sind beeindruckt von der prächtigen Vegetation. Am Telok Paku, dem Ziel
unserer Nachmittagstour nutzen einige auch die Möglichkeit zum Baden, bevor wir
auf dem gleichen Weg wieder zum Quartier zurückkehren. Auf der Veranda des Head
Quarters gibt es das heutige A bendessen, das sich jeder am Buffet holen kann.
Manchem aber wird das Essen von den Makaken streitig gemacht, die manchmal sehr
frech und sogar aggressiv auftreten. Während etwa die Hälfte der Gruppe noch mit Tourguide Andy auf Nachtwanderung unterwegs ist, bleibt der Rest der Gruppe im Head Quarter
und macht sich an die gekühlten Tiger-Bier-Bestände der Park-Kantine. Um halb
elf schließlich ist Schluss und wir verziehen uns zum Schlafen in unsere
Chalets. Bald aber prasseln starke Regengüsse auf die Dächer der Holzchalets und
ein Gewitter mit Blitz und Donner lässt uns keine ruhige Nacht verbringen.
Donnerstag, 5. November 2009:
Nach dem Frühstück verziehen sich die Regenwol ken und wir können die geplante
Urwaldtouren Trail Nr. 5 und 6 in Angriff nehmen. Wegen der momentan
herrschenden Ebbe können wir angenehm und bequem auf dem flachen Strand bis zum
Einstieg in den Urwald wandern. Ungla ublich und faszinierend, wie Schnecken,
Krebse, Schlammspringer und viele weitere uns unbekannte Kleintiere hier im Sand
ihre Spuren hinterlassen. Ziel des heutigen Trails ist die Mangrovenküste bei
Telok Pandan Kecil und Telok Pandan Besar. Gleich am Beginn unserer
dreistündigen und wiederum sehr schweißtreibenden Tour können wir einige der nur
auf Borneo vorkommenden Nasenaffen beobachten, die sich in den Mangroven von
Baum zu Baum hangeln. Die Einheimischen nennen diese Affen auch „Orang Belanda“
in Anspielung an die niederländischen Kolonialherren. Die anstrengende Tour
führt uns zu einem schönen Aussichtspunkt, hier werden erstmal die mitgebrachten
Wasservorräte aufgebraucht. Immer wieder finden wir am Wegesrand
fleischfressende Kannenpflanzen und auch Skorpione. Dann aber geht’s
zur Mangrovenküste, natürlich nutzen wir die Gelegenheit zu einem Bad im warmen
Meer.

Nach einer ausgiebigen P ause nehmen wir den Rückmarsch in Angriff, um
gegen Mittag wieder im Head Quarter anzukommen. Auf der Veranda der Park-kantine
wird zu allererst der riesige Durst gelöscht - und anschließend bedienen wir uns
am Buffet. Auch heute sind die Makaken wieder hier und stehlen so manchem das
Mittagsmahl. Am Nachmittag geht unser Bako-Ausflug zu Ende, per Boot und Bus
geht es wieder zurück zum Hotel Harbour View in Kuching. Unser heutiges Programm
endet aber erst mit einer Schifffahrt bei Sonnenuntergang auf dem Sarawak
River.
Freitag, 6. November 2009:
Schon um 4.30 Uhr werden wir per Telefon geweckt. Nach dem Transfer zum
Flugh afen geht es um 7 Uhr mit einer Boeing 737 nach Miri und von hier
mit einer Propellermaschine vom Typ ATR 72 zum Gunung Mulu Nationalpark.
Der Ausblick aus dem kleinen Flugzeug zeigt uns anfangs den gerodeten Urwald,
der vielen Gummi- und Ölpalmplantagen weichen musste - dann aber die unendliche
und unberührte Weite des Dschungels, die nur durch den schlangenförmigen
Melinau River durchbrochen wird. Nach diesem kurzweiligen Flug landen wir
auf der Landepiste des Gunung Mulu Nationalparks, der nur per Flug
oder per
zwölf- bis vierzehnstündiger Bootsfahrt erreicht werden kann. Kate
empfängt uns hier und stellt sich als unser Tourguide für die nächsten Tage vor,
bevor wir ins sehr nahe gelegene Royal Mulu Resort gebracht werden. Das
luxuriöse Resort liegt direkt an den Ufern des Melinau Flusses inmitten des
Gunung Mulu National-parks, der auch zum Welterbe der UNESCO zählt. Im
Nationalpark befindet sich eines der aufregendsten, größten und längsten
Höhlensysteme der
Welt. Nach der Zimmervergabe genießen wir erst einmal ein
herrliches Bad im Swimmingpool, bevor uns Kate zur ersten Dschungeltour ruft.
Etwa zwei Stunden sind wir im Urwald unterwegs, bis wir unser erstes Ziel, die
1979 entdeckte „Langs Cave“ erreichen. Wundervolle Tropfsteinformationen
prägen die Schönheit dieser einzigartigen Höhle, bevor wir zur „Deer Cave“
mit dem größten Höhleneingang der Welt kommen. Hier „empfängt“ uns ein strenger
Geruch, denn in der „Deer Cave“ hausen Millionen von Fledermäusen. Leider
entgeht uns das Spektakel, dass kurz vor Sonnenuntergang riesig e Schwärme von
Fledermäusen die Höhle verlassen, um im umliegenden Regenwald auf Jagd zu gehen.
Denn trotz der langen Wartezeit bis nach Sonnenuntergang kommen die Tiere heute
nicht aus der Höhle. Bereits bei Dunkelheit machen wir uns auf den langen
Rückweg zum Resort und werden dabei ständig von unglaublich lautem
„Urwaldgeschrei“ der Dschungeltiere begleitet. Nach einer wohltuenden Dusche im Resort geht es dann zum Abendessen, wo ein reichhaltiges Buffet auf uns wartet.
Samstag, 7. November 2009:
Auch heute haben wir wieder schönes Wetter. Nach dem Frühstück geht es mit
Langbooten auf dem Melinau River flussaufwärts zunächst in ein kleines Dorf am
Rande des Flusses. Hier können wir die handwerkliche Geschicklichkeit der
Dorfbewohner bewundern und auch das ein oder andere Körbchen oder Blasrohr
käuflich erwerben. Bei älteren Frauen sieht man gelegentlich auch die
langgezogenen und durchlöcherten Ohrläppchen. Bald aber ruft uns unsere junge
Reiseleiterin Kate zu den Booten, um zur „Wind Cave“ weite rzufahren.
Diese spektakuläre Höhle ist berühmt für ihre großen und schlanken Stalaktiten
und Stalakmiten. In der Höhle befindet sich die „Sarawak Chamber“, die
als der größte natürliche Höhlenraum der Welt gilt und einen fantastischen Blick
auf die Tropfsteinformationen bietet. Nach Rückkehr zu den Booten fahren wir nur
noch einige hundert Meter weiter, um zur „Clearwater Cave“ zu gelangen.
Bis zum Höhleneingang sind jedoch noch 200 schweißtreibende Stufen an Aufstieg
zu bewältigen. In dieser Höhle wurde ein etwa 60 km umfassendes System von
Gängen vermessen, auch ein unterirdischer Fluss sucht sich hier seinen Weg durch
das Höhlensystem, um dann irgendwo ins Freie zu gelangen. Nach Rückkehr zum
Ausgangspunkt am Fluss wird uns ein kleines P icknick serviert und anschließend
genießen wir ein kühles Bad im kristallklaren Wasser des Flusses. Mit der
Rückkehr am Nachmittag ins Royal Mulu Resort endet unser Höhlenprogramm und wir
können noch die Annehmlichkeiten des Resorts genießen. Auch heute gibt es am
Buffet ein köstliches und sehr reichhaltiges Abendessen, das wie so oft in den
vergangenen Tagen mit einer Showeinlage eines Ibanstammes bereichert wird. Beim
obligatorischen Blasrohr-Zielschießen am Ende der Show machen sich nun unsere
„Trainingseinheiten“ der Vortage bemerkbar, denn fast jeder Schuss ist ein
Treffer. Eine gemütliche Runde an der Hotelbar am Ufer des Melinau River beendet
diesen Tag. 
Sonntag, 8. November 2009:
Das Wetter ist heute wechselhaft, mal Sonne, aber auch regnerisch. Der Vormittag
steht zur freien Verfügung, dann fahren wir zum kleinen Flughafen. Unser
heutiger Flug geht mit einer Propellermaschine vom Typ
Fokker 50 über
Miri nach Kota Kinabalu, der Hauptstadt von Sabah. Am Flughafen
von Miri werden uns beim Verlassen des kleinen Flugzeugs Regenschirme gereicht,
denn es gießt in Strömen. Erst nach einer halben Stunde werden wir
zum W eiterflug
aufgerufen. Nach der Landung in Kota Kinabalu wartet bereits der Bus
zum Transfer ins nahe 5-Sterne-Hotel Shangri-La Tanjung Aru.
Mit diesem Hotel haben wir einen wahren Glücksgriff gemacht, schon beim Empfang
sind wir vom Service und der Hotel-anlage begeistert. Nach der Zimmervergabe treffen wir
uns zu einem kleinen Rundgang, der an der Sunset Bar auf einer winzig
kleinen Halbinsel endet, um den malerischen Sonnenuntergang mitzuerleben.
Nach einem sehr guten Dinner im Hotelrestaurant zieht es einige zur
Waterfront von Kota Kinabalu, um das Nachtleben der Stadt zu erkunden…
Mo ntag, 9. November 2009:
Das Frühstücksbuffet ist riesig und kaum zu beschreiben, wie groß hier die
Auswahl an bekannten und unbekannten Köstlichkeiten ist. Bei herrlichem
Sonnenschein und Temperaturen von weit über 30 Grad genießen wir den Tag zum
Baden im Meer und in der schönen Poolanlage, bevor wir uns zum
Sonnenuntergang wieder an der Sunset Bar treffen. Zum Abendessen geht es mit dem
Taxi zur Waterfront in Kota Kinabalu und anschließend ruft das Bed (Best
Entertainment Destination) zum abendlichen Vergnügen. Wie schon am Vortag spielt
hier eine philippinische Band mit drei Sängerinnen die neuesten Hits der
Welt.
Dienstag, 10. November 2009:
Wieder beginnt der Tag mit Sonnens chein und einem sagenhaften Frühstück. Dann
machen wir es uns auch heute wieder am Pool gemütlich und genießen die vielen
Extras und den tollen Service des Hotels - oder eine Massage oder eine
Behandlung im Spa-Bereich. Am späten Nachmittag zieht plötzlich ein Gewitter
auf, und der Strandtag ist damit beendet. Schon bald aber verziehen sich die
Regenwolken wieder - gerade rechtzeitig, um mit einem Taxi zum Central- und Filipino-Market in K ampung Ayer nahe der Waterfront zu fahren. Hier herrscht
eine beeindruckende Atmosphäre, uralte und in die Jahre gekommene Fischerboote
bringen frischen Fisch und Meeresfrüchte in einer schier unglaublichen Vielfalt
an Land. Händler warten bereits, um die Ware schnell zu verarbeiten und
möglichst auch gleich weiter zu verkaufen. In einem anschließenden Teil des
Marktes wird Fleisch, Obst und Gemü se angeboten und in einem anderen Bereich
reiht sich Garküche an Garküche. Diese bieten ein umfangreiches Angebot an
Delikatessen wie Nudelsuppen, frittierte Hühnchen, Satay-Spieße, Fisch und
vieles mehr. Der große Renner scheinen aber die Hühnerfüße zu sein… Wir
bevorzugen zum heutigen Dinner jedoch ein Restaurant an der Waterfront und
kehren dann zum Hotel zurück.
Mittwoch, 11. November 2009:
Ein neuer Traumtag erwartet uns - und es ist sonnig und sehr heiß. Mit einer
7-köpfigen Gruppe geht es heute mit einem Boot zum Tunku Abdul Rahman
Nationalpark. Zu diesem Nationalpark im Meer zählen fünf id yllische Inseln,
die nur wenige Seemeilen vor der Küste bei Kota Kinabalu liegen. Jede der Inseln
Pulau Mamutik, Pulau Sulug, Pulau Manukan, Pulau Sapi und Pulau
Gaya hat ihren eigenen Reiz, gemeinsam haben sie traumhafte Strände und
klares Wasser mit einem reichen maritimen Leben und sehenswerten Korallenriffen.
Unsere ersten Schnorchelversuche unternehmen wir am Strand von Mamutik Island.
Wir sind begeistert von der fantastischen Unterwasserwelt, die sich schon
nach wenigen Schritten ins Wasser zum Entdecken anbietet. Unzählige, in allen
Farben sich präsentierende Fische und Korallen lassen die Herzen de r Schnorchler
höher schlagen. Sulug Island lassen wir links liegen, legen dann aber am
Bootssteg von Manukan Island an. Und wieder erwartet uns ein buntes
Schnorchelparadies mit unglaublicher Vielfalt. Sapi Island ist die größte
der fünf Inseln, hier steht neben Schnorcheln auch ein Barbecue als Mittagessen
auf dem Programm. Auf dem Weg zu Insel Gaya ziehen plötzlich und unerwartet
schwarze Wolken auf und es beginnt wolkenbruchartig zu regnen, glücklicherweise
sind wir aber alle mit Regenjacken ausgerüstet. Doch sehr rasch verzieht sich
die Regenfront und unser Bootsführer kann mit uns Gaya Island doch noch
ansteue rn. Wir gehen nicht an Land, aber fahren sehr nahe an des Fischerdorf
Gaya Village heran, das hauptsächlich von philippinischen Emigranten bewohnt
ist. Das Dorf vor der Insel Gaya im Südchinesischen Meer ist vollständig auf
Pfählen erbaut und nur mit Booten erreichbar. Nach diesem erlebnisreichen
Tagesausflug kehren wir erst am späten Nachmittag wieder in unser Hotel zurück,
auch zum Abendessen bleiben wir im Hotelbereich. Spät am Abend geht es dann
wieder zur Waterfront in Kota Kinabalu.
Donnerstag, 12. November
2009: Der
dreizehnte Tag, fast alle unserer Gruppe bleiben in der Hotelanlage oder fahren
zum Shoppen nach Kota Kinabalu. Nur Hans Kraus und ich u nternehmen mit einer
international gemischten Gruppe von sieben Personen, unter ihnen ein Pärchen aus
Wien, einen Ausflug zum Kinabalu Nationalpark, der seit dem Jahr 2000 zum
Weltnaturerbe der UNESCO zählt. Der riesige Nationalpark liegt zu Füßen
des Mount Kinabalu, der 4095 m hoch ist und als höchster Berg
Südostasiens gilt. Wir fahren entlang der Crocker Range südlich des Mt. Kinabalu
nach Ranau und können vom Kleinbus aus bereits eine sehr gute Sicht auf den
wolkenfreien Bergriesen genießen. Unterwegs halten wir bei einem Markt und
besuchen einen Botanischen Garten, wo wir unzählige Orchideenarten zu
sehen bekommen. Bei einem weiteren Stopp können wir die Rafflesia, die
größte Blume der Welt bewundern. Die im Regenwald von Borneo heimische und nur
sehr selten vorkommende Blume kann einen Durchmesser von bis zu einem
Meter
erreichen. Nach einem Mittagessen unterwegs kommen wir nach Poring Hot
Springs, wo heiße Schwefelquellen zum Baden einladen. Die Begeisterung
unsererseits hält sich allerdings in Grenzen, was vor allem Hygiene und
Wohlbefinden betrifft. Hier wurde vor einigen Jahren auch ein Canopy Walkway
angelegt, wo man in 30 bis 40 m Höhe auf schwingenden Hängebrücken die Natur des
Regenwaldes beobachten kann. Die Rückreise nach Kota Kinabalu dauert länger als
geplant, teilweise starker Nebel und viel Schwerlastverkehr behindern den Fahrer
unseres Kleinbusses. Aktivitäten am Abend: siehe Vortag 
Freitag, 13. November 2009:
Der Tag der Abreise, doch noch haben wir einen halben Tag Zeit zum Relaxen an
Pool und Beach. Erst um 14 Uhr müssen wir die Zimmer räumen und unsere Koffer
zur Verladung bereitstellen. Um 17 Uhr fahren wir mit einem Bus zum Airport von
Kota Kinabalu, um 19.15 Uhr beginnt dann unser langer Rückflug über Kuala Lumpur
nach Frankfurt.
Samstag, 14. November 2009:
Mit etwas Verspätung startet unsere Boeing 777 um 0.40 Uhr in Kuala Lumpur zum
12-stündigen Rückflug. Nach einem sehr ruhigen Flug kommen wir um 6 Uhr morgens
in Frankfurt an und haben nun noch die Rückfahrt mit dem ICE nach Plattling zu
bewältigen. Hier wartet bereits Michael Oswald mit seinem Bus, der uns in unsere
Heimatorte bringt.
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